Das Jahr 2026 ist gerade Mal neun Tage alt doch die Pläne werden bereits jetzt geschmiedet und die Ziele werden gesteckt. Das größte Ziel ist ganz klar: Erstmals mindestens 100 neue Fußballstadien in einem Kalenderjahr zu besuchen, auch endlich Wien „fertig zu machen“ und wieder einige neue aber auch alte Länderpunkte zu sammeln steht auf der Agenda. Aber der Reihe nach.
Viele akrobatische Einlagen gibt es für 2026 zu erwarten.
Die Sache mit der Hauptstadt
In Wien fehlen aktuell noch elf in einem Ligabetrieb bespielten Fußballplätze, was die Erreichung dieses Ziels theoretisch einfach machen sollte. Allerdings ist das mit Wien so eine Sache. Ich würde es persönlich als „Hassliebe“ bezeichnen, denn den „Schmäh“ und natürlich auch die schöne Umgebung von Grounds am Land sind hier eher selten zu finden. Natürlich hat die Erfahrung gezeigt, dass es durchaus auch super Spielspätten in der Stadt gibt, wie zum Beispiel bei Columbia Floridsdorf, bei der Wiener Viktoria oder auch beim SV Post, welcher seinen eigenen Charme hat. Meistens sind es aber die Menschen, die es besonders machen, denn selten wird ein Wiener Platz ohne dem Lächeln über den typischen Wiener Grant auf den Lippen verlassen. Ein besonderes Highlight wird bestimmt die Eröffnung des neuen Stadions vom Wiener Sportclub, worauf ich mich als Sympathisant dieses Vereins natürlich sehr freue. Die neue Arena sollte noch im Frühjahr des Jahres ihre Pforten öffnen und auch die Heimat des Frauen-Nationalteams werden. Schlussendlich bleibt abzuwarten, wie oft man sich für die restlichen Wiener Grounds motivieren kann, denn für mich persönlich gibt es definitiv erlebnisreichere Fußballstadien.
Nicht immer die schönste Kulisse – Kick in der Hauptstadt
Das 08/15-Wochenende
Ein ganz normales, stressfreies Wochenende sollte dann wieder wir folgt aussehen: Freitag ein Spiel, Samstag zwei Spiele, Sonntag ein oder zwei Spiele. Dabei gilt es aber natürlich auch wieder die Ansetzungen der Bundesliga-Spiele zu beachten, verfolgt man doch den Lieblings-Verein aus dem Westen Wiens immer bei den Spielen am liebsten live in den Stadien. Da das größte Ziel ist, 100 neue Grounds zu besuchen und das sollte vor allem durch Ausflüge nach Niederösterreich, ins Burgenland oder nach Oberösterreich und die Steiermark theoretisch gut machbar sein. Vereine, welche jedenfalls wirklich endlich den Weg in meine Vita finden sollen sind unter Anderen der SC Retz, welcher auch endlich die Vervollständigung der Regionalliga Ost markieren soll, der ASKÖ Kohfidisch aus dem Südburgenland oder der USV Krakaudorf aus der schönen Obersteiermark. Klar ist, dass die Wochenenden wieder abwechslungsreich und mit schönen Wanderungen kombiniert werden sollen, denn als Geografie-Junkie und Berg- und Naturliebhaber kann und ich will ich diesen Aspekt einfach nicht aus den Augen lassen, 100 neue Ground hin oder her.
Kleine Tribünen – große Spiele. Die Vorfreude auf das österreichische Unterhaus ist riesengroß.
Geplante Länderpunkte
Auch 2026 sollen wieder einige Spiele im Ausland besucht werden um auch hier weiterhin den Horizont zu erweitern. Während Spiele in der Slowakei und Tschechien sowieso immer an der „Tagesordnung“ stehen, soll heuer vor allem in Richtung Osten das Länderpunkt-Konto aufgefüllt werden. So ist bereits jetzt eine Tour durch Ex-Jugoslawien im Herbst in Planung. Ebenso fix ist auch schon der Zweitbesuch in der Schweiz, welcher bereits im Februar ins Haus steht und dem momentan Zweitplatzierten der Super League, dem FC St. Gallen endlich ein Besuch abgestattet wird. Dritter und letzter Wunsch für heuer ist dann wieder eine Tour Richtung Deutschland, bei welcher man dieses Mal sehr darauf achten wird, die Bundesrepublik eher am westlichen Rand anzusteuern um eventuell von dort aus auch einen Tagesausflug Richtung Frankreich, Belgien, Niederlande oder Luxemburg zu unternehmen. Ach ja, und Polen steht auch noch auf der Liste…na vielleicht wird das Jahr ja noch für mich verlängert ;-).
Zusammenfassend merkt man, dass viel ansteht, worauf mit großer Vorfreude hingefiebert wird. Was dann wirklich alles umgesetzt werden kann, wird man sehen aber nur mit großen Zielen schafft man bekanntlich große Schritte, ich bin jedenfalls bereit und am liebsten würde ich jetzt schon wieder ins Auto steigen und in die kleinsten Käffer des Landes fahren um dort den örtlichen Fußballverein unter die Lupe zu nehmen, 2026 – ich freue mich auf dich!
Wenn man sich die Tabelle der so engen Liga ansieht, darf man sich auf den ersten Blick schon Mal fragen, was der TSV Hartberg da oben macht. Sieht man aber genauer hin, erkennt man, dass die Mannschaft von Manfred Schmid mit absolutem Recht auf diesem Rang steht. Die Oststeirer zeigen mit beherzter Leistung regelmäßig auf und lassen die Fans in der teilweise neu renovierten Profertil-Arena jubeln. Auch wenn der Saisonstart eher einem Ping-Pong-Spiel glich, in welchen man schön abwechselnd Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg,… notieren durfte, schaffte man sich über die bis dato gespielte Spielzeit sich zu stabilisieren und zu festigen. Und dann hat man ganz vorne auch noch einen, der trifft und trifft und trifft und sogar Führender der Torschützenliste ist: Elias Havel. Dieser Spieler verkörpert den Typ „Stürmer“ wie kein anderer in der Liga und schafft es regelmäßig, die gegnerische Defensive ins wanken und zum verzweifeln zu bringen. Für mich persönlich ist Havel auch ein Mann für das Nationalteam und nach Maximilan Entrup 2024 könnte auch Elias Havel von Hartberg auf den Zug für ein Großereignis aufspringen und mit dem Adler auf der Brust bei der WM 2026 für Österreich auf Torejagd gehen. Der Arbeit in Hartberg ist jedenfalls höchsten Respekt zu zollen, bleibt alles so wie es ist, kann Präsidentin Brigitte Annerl und der gesamte Verein sich auf fulminantes Frühjahr im Meister Play-Off freuen. Was mit konzentrierter, konstanter und ruhiger Arbeit doch alles möglich ist…
SK Sturm Graz (3. Tabellenrang)
Die „schwoazen“ Grazer haben heuer ganz schön zu tun, um nach zwei Meistertitel in Folge die Leistung abermals zu bestätigen. Besonders im heimischen Stadion in Graz Liebenau will es heuer noch gar nicht laufen, nur zweimal konnte in daheim gewonnen werden, am 28. September 1:0 gegen den TSV Hartberg und am 07. Dezember im großen Grazer Derby gegen „die Roten“. Nach einigen Abgängen im Sommer wurde aus dem Champions-League-Kader ein „Europa-League-Kader“, welcher sich in diesem Bewerb bis dato aber auch noch kaum ins Rampenlicht spielen konnte. Nur Rang 29 in der großen Tabelle des internationalen Wettkampfs, nur ein Sieg, am 02. Oktober gegen tief in der Krise steckende Glasgow Rangers und ein Unentschieden gegen Nottingham Forest stehen hier zu Buche. In der Liga bringt man zwar immer wieder Leistungen und Ergebnisse, für den hohen Anspruch der Murstädter ist dies allerdings zu wenig und so kam es erst vor Kurzem zur Trennung von Chefcoach Jürgen Säumel. Für seine Nachfolge stand angeblich Maximilian Senft von der SV Ried ante portas, der Deal ist aber mittlerweile geplatzt und so sucht man, wie auch im grünen Wien, im schwarzen Graz unter Hochdruck nach einem neuen Chefcoach. Auch spielerisch ist der Kick von Sturm nicht mehr mit dem Spiel von letzter Saison zu vergleichen und es wirkt, als würde man sich auf den zweifellos besten Mann des Teams, wenn nicht sogar der ganzen Liga, Otar Kiteishvili verlassen, ganz nach Motto „spielen wir auf ihn, der macht dann schon was.“. Aber genauer dieser Kiteishvili ist es, der in Säumels jüngster Vergangenheit wegen diverser Gründe immer seltener aufgestellt wurde oder werden konnte. Man darf gespannt sein, wer ab Jänner das Traineramt des SK Sturm übernimmt und wo die Reise der Steierer noch hingeht.
LASK (2. Tabellenrang)
Mit Joao Sacramento kam im Sommer ein großer Name als Cheftrainer nach Linz, was sich aber auch hier als ein großes Missverständnis entpuppte. Bereits nach sieben Runden musste der Portugiese, für den der LASK sein erster Chef-Trainer posten markierte, den Hut nehmen, beziehungsweise nahm er diesen von selbst. Anschließend kam, wie sollte es anders sein, wieder mal Maximilan Ritscher die Interimscoach-Rolle zugesprochen und im Hintergrund wurde akribisch nach einem neuen Übungsleiter gesucht, welcher dann am 19. Oktober gegen SK Rapid das erste Mal an der Seitenlinie stehen soll – Didi Kühbauer! Doch überraschend, dass ausgerechnet er wieder zum LASK zurückkehrt, doch was dann folgt ist selbst mit allen Superlativen des deutschen Wortschatzes nicht mehr zu beschreiben. Kühbauer übernimmt eine „kaputte“ Mannschaft am 11. Tabellenrang, heute, etwas mehr als zwei Monate später, steht der LASK an 2. Stelle der Bundesliga-Tabelle. Er hat es Geschafft, innerhalb kürzester Zeit, aus einem schwarz-weißen Scherbenhaufen ein prunkvolles Gefäß zu schaffen, in welches die vollen drei Punkte regelrecht reintropfen. Acht Bundesliga-Spiele, sieben Siege, ein Unentschieden, dazu noch das Weiterkommen im ÖFB-Cup. Diese Statistik zeigt, wie akribisch und wie perfekt der früher gerne immer leicht belächelte Kühbauer es geschafft hat, den Linzer ASK wieder zu alter Stärke zu formen. Wenn diese Reise so weitergeht, dann wird der LASK heuer den Meistertitel in die oberösterreichische Hauptstadt transportieren und spätestens dann hat Kühbauer seinen größten Erfolg als Trainer in der Tasche.
FC Red Bull Salzburg (1. Tabellenrang)
Wie die roten Bullen aus der Mozartstadt in diesem Jahr an erster Tabellenposition stehen können, wissen sie wahrscheinlich selbst gar nicht so genau, denn die einstige Übermacht von der Salzach performt heuer weit unter den eigenen Erwartungen. In der Liga gab es für das finanzstärkste Team bereits acht Spiele ohne vollen Erfolg (drei Niederlagen, fünf Unentschieden). Dazu plagt die Elf von Thomas Letsch noch das Verletzungspech, so stehen momentan gleich acht Spieler nicht zu Verfügung. Doch trotzdem schafft man es, die wichtigen Partien zu gewinnen und so steht man nun auf Rang eins der schlechtesten Bundesliga seit langer Zeit, was der Leistung der Bullen aber keine Schmälerung verleihen soll. So wie der SK Sturm spielt auch Red Bull Salzburg in der diesjährigen UEFA Europa-League mit und ebenso wie die Grazer auch keine Rolle. Nach sechs von acht Spieltagen liegt man nur an der 31. Stelle, drei Punkte hat man auf dem Konto. Diese kommen vom einzigen Sieg der „Bullen“, am 06. November gelang zu Hause vor gerade Mal 10.852 Fans gegen die Go Ahead Eagles aus den Niederlanden. Dazu hat man auch noch mit dem Abgang von Sportdirektor Rouven Schröder zu kämpfen, welcher sich mitten in der Saison dazu entschloss, wieder in seine deutsche Heimat zurückkehren und sich der Borussia Mönchengladbach anzuschließen. Nach langer Suche wurde sein Nachfolger, Marcus Mann, dieser Tage vom Verein vorgestellt und man darf gespannt sein, in welche Richtung der 41-jährige Deutsche den Club manövrieren möchte und wie gut dieses Vorhaben gelingt.
Es ist Anfang Oktober, der WAC rangiert auf Tabellenplatz drei, den Leuten, die es mit den „Wölfen“ halten, ist der fette Grinser im Gesicht nach dem Triumph im UNIQA ÖFB-Cup 2025 noch immer anzusehen. Sogar die Meisterschaft war am letzten Spieltag der letzten Saison noch möglich, das wäre aber dann doch zu viel des Guten in Kärnten gewesen. Unter Trainer Didi Kühbauer läuft es auch in dieser Saison fantastisch, die Auftaktniederlage gegen den SCR Altach ist schnell vergessen gemacht und die drei Punkte trudeln nur so ein. Nur eine weitere Niederlage gibt es am 24. August zu beklagen – 1:2 zu Hause gegen den SK Rapid. Doch dann, in der Länderspielpause von 04. bis 18. Oktober der Knall – ein Erdbeben erschüttert das Lavanttal, Erfolgscoach und Allheilsbringer Didi Kühbauer ist nicht mehr Trainer beim WAC! Ihn zieht es zu seiner zweiten Amtszeit zum zu diesem Zeitpunkt krisengerüttelten LASK. Nun steht Chef Riegler ohne Übungsleiter da und bestellt prompt seinen Freund Peter Pacult, welcher ja bereits bei der Austria Klagenfurt durchwegs positive Spuren zog, als neuen Cheftrainer. Was anfangs noch wie ein kleines Märchen klingt und wohl viele Lavanttaler ein „Juhu!“ über die Lippen rutscht, erweist sich schnell als wohl eines der größten Missverständnisse der Bundesligageschichte. Die Spieler sein unzufrieden mit Pacults, wohl hinlänglich als nicht wirklich konventionell bekannten, Trainingsmethoden, sie weinen sich bei Riegler aus und nach nur vier Spielen, von denen nur eines gewonnen werden konnte (3:1 beim SK Sturm), ist die Ära des Wieners auch schon wieder vorbei. Neuer, dritter Trainer, dieser Saison wird Ismail Atalan, welcher bis Juli 2025 schon 28 Spiele in der zweiten Leistungsstufe beim Kapfenberger SV als Chefcoach erleben durfte. Bei diesem Zauber aus dem Hut wird der ein oder andere Wolfberger Fußballfan wohl eher skeptisch reagiert haben und das bis dato zu Recht. Vier Spiele, drei Niederlagen und ein Sieg gegen die Wiener Austria stehen in seiner noch recht kurzen WAC-Vita und man kann nur hoffen, dass sich die Kärntner wiederfinden und sich über den Winter stabilisieren können, denn ansonsten könnte es für den Athletikclub ganz schnell im freien Fall nach unten gehen, was angesichts der letztjährigen Erfolgssaison wohl das nächste Erdbeben zwischen Kor- und Saualm auslösen dürfte.
Nichts ist mehr wie es war in Wolfsberg
SK Rapid (7. Tabellenrang)
Peter Stöger, Tobias Gulliksen, Martin N’dzie, Janis Antiste, Pettar Nosa Dahl, das sind nur einige Namen in einer schier endlos wirkenden Transferliste des Sportdirektors Markus Katzer vom Sommer 2025. Die Euphorie in Wien Hütteldorf ist, wieder ein Mal, grenzenlos. „Der Stöger ist ein Philosoph, der bringt uns weit vor“, „Die Neuen sind super, manche brauchen noch Zeit aber das wird genial“, „Wenn wir so weitermachen werden wir endlich wieder Meister!“ – das sind nur drei Zitate, welche ich anfangs der Saison rund um die Rapid-Spiele aufgeschnappt habe. Rund fünf Monate später sieht die Wahrheit allerdings ganz anders aus! Peter Stöger ist Geschichte, beurlaubt am 24. November nach der Heimniederlage gegen den damals Tabellenletzten GAK, vorallem die neuen Spieler bringen kaum die erwartete Leistung und plötzlich ist in Hütteldorf wieder Feuer am Dach. Stand jetzt steht man ohne Trainer da, unter Interimscoach Stefan Kulovits gab es aus drei Spielen lediglich einen Punkt. Abgerundet wird der harte Fall der Grünen von einer katastrophalen Europacup-Saison, von achtzehn möglichen Punkten in der Conference League gibt es einen einzigen und so ist man krachend Letzter in der XXL-Tabelle des Bewerbs. Auch in der Liga rutscht man immer weiter ab, am 28. September des Jahres steht man, auch nach einem verlorenen Derby, noch an der Tabellenspitze, am 14. Dezember rangiert man am 7. Platz, was gleichbedeutend mit dem Nichterreichen des oberen Play-Offs wäre. Wenn das tatsächlich passieren sollte, werden im Westen der Hauptstadt wohl weitere Köpfe rollen. Man darf nur hoffen, dass man einen Trainer findet, welcher Rapid versteht und die Spieler so einzusetzen und zu motivieren weiß, wie es einem SK Rapid würdig ist. Die Fahnen in Hütteldorf wehen momentan allerdings nur auf Halbmast durch den eisigen Westwind.
Wieder Krisenstimmung in Wien Hütteldorf
SV Ried (6. Tabellenrang)
Der Aufsteiger aus dem Innkreis erweist sich als extrem stabil und überraschend mutig. Unter Trainer Maximilian Senft, welcher den Riedern auch nach den Sturm-Graz Gerüchten weiterhin erhalten bleibt, zeigt man attraktiven Fußball, versteckt sich vor keinem Gegner und ärgert sowohl die „Großen“ als auch die „Kleinen“. Bereits am ersten Spieltag bekommt es die Sportvereinigung mit dem Liga-Krösus aus Salzburg zu tun und luchst ebendiesem gleich einen Punkt ab. Insgesamt werden von 17 Spielen nur sieben verloren, was für einen Aufsteiger eine mehr als nur respektable Leistung ist. Getragen von Euphorie und auch von der lautstarken Heimstätte in Ried schweben sie direkt durch die Liga und stehen Stand jetzt sogar auf einem Platz im oberen Play-Off. Gerade die Heimspiele sind für jeden Gegner unangenehm in der kleinen, engen Arena herrscht regelmäßige grandiose Stimmung, die „Supras“ und auch die „normalen“ Fans feuern ihre Mannschaft regelmäßig so lautstark an, dass es schon mal den ein oder anderen Rivalen aus dem Innviertel weht. So gewinnt man in der Heimat beispielsweise gegen die WSG Tirol, SCR Altach oder gegen den Bundesland-Gegner Blau-Weiß Linz. Mit raffinierten Sommertransfers und akribischer Arbeit des Trainers schaffen die Grün-Schwarzen regelmäßig gute Leistungen und erkämpfen sich Punkte um Punkte, was sie zum besten Aufsteiger seit dem SCR Altach aus der Saison 2014/15 macht. Wenn die Senft-Elf weiterhin so ihre Leistungen auf den Rasen bringt, ist der Sprung ins obere Play-Off tatsächlich möglich und dann ist eine fette Party in der oberösterreichischen Braustadt garantiert. Auch im ÖFB-Cup ist man weiterhin vertreten, der nächste Gegner in diesem Bewerb heißt am 31. Jänner dann SK Rapid und ob sich dieser Verein bis Ende Jänner wieder stabilisert hat, ist eher kaum zu denken und die nächste Cup-Sensation bahnt sich jetzt schon an. Mein persönlicher Hot-Take: Die SV Ried stemmt am 01. Mai 2026 den ÖFB-Cup-Pokal in den Klagenfurter Himmel.
FK Austria Wien (5. Tabellenrang)
Die Saison begann für die Wiener Austria alles andere als zufriedenstellend. Aus den ersten vier Spielen gab es lediglich einen Punkt zu erobern und das war bereits am ersten Spieltag gegen den GAK, ein 2:2 stand hier am Ende auf der Anzeigetafel. Was folgte, waren schwere Wochen für die Veilchen, Spielmacher Dominik Fitz verließ den Verein in Richtung MLS nach Amerika, ein blamables Cup-Aus gegen den Regionalligisten aus Voitsberg und ein Trainerstuhl, der für Headcoach Stephan Helm schon gehörig wackelte. Erst am 31. August gab es gegen den SCR Altach mit einem 1:0 den ersten Sieg zu bejubeln doch seit dem geht es mit der Austria wieder bergauf, wenngleich auch noch lange nicht alles Gold ist was glänzt. Nach drei gewonnen Spielen ging es dann zum Stadtrivalen aus Hütteldorf und das Derby gewinnen die Violas dann verdient mit 3:1, danach gibt es wieder ein kleines Down doch auch aus diesem konnte man sich befreien und so pendelt man sich nun im guten Mittelfeld der Tabelle ein. Aufgrund der finanziell angespannten Lage in Wien Favoriten ist diese Leistung mehr als nur respektable, wenngleich man unter der Saison sich auch von Sportdirektor Manuel Ortlechner trennte und Vereinslegende Michael Wagner als Nachfolger bestellte. Trainer Helm schafft es aber, durch eine gute Einstellung am Platz immer wieder, seine Austria gut einzustellen und auch die Fans, welche heuer schon mit der ein oder anderen schönen Choreographie zu überzeugen wussten, haben wieder ihre Freude im Horr-Stadion. Behält man den eingeschlagenen Weg bei, steht einer Teilnahme im oberen Play-Off nichts mehr im Wege, was natürlich auch hinsichtlich der Finanzen positiv auf den Verein auswirken würde.
Nach der Zusammenfassung der österreichischen zweiten Liga ist es nun auch an der Zeit, die Vereine aus der höchsten Leistungsstufe des Landes etwas unter die Lupe zu nehmen und auch hier einen kleinen Ausblick auf das kommende Frühjahr zu schaffen.
FC Blau-Weiß Linz (12. Tabellenrang)
Der Verein aus der Stahlstadt begann die diesjährige Saison mit wohl geschrumpften Erwartungshaltungen, denn nachdem man letztes Jahr noch überraschend den Sprung in das obere Playoff der Liga schaffte, kam es zum Verlust einiger wichtigen Personalien, allen voran der Abgang von Chef-Coach Gerald Scheiblehner in die Schweiz, zu Grasshoppers Zürich, schmerzte extrem. In seiner Amtszeit mutierte er zum „Kaiser vom blauen Linz“, auch wenn die Mannschaft definitiv teilweise überperformte, unter Scheiblehner war der FC Blau-Weiß Linz noch wer in der Liga. Heuer sieht es da schon ganz anders aus. Die Bestellung des neuen Trainers Mitja Mörec erwies sich im Nachhinein als „nicht besonders glücklich“ und so stand er bereits am 29. November, nach 15 Ligaspielen, auch schon wieder das letzte Mal an der Seitenlinie der Blau-Weißen. Bis dahin war der Weg ein äußerst steiniger: die erste Runde in Wien Hütteldorf ging gleich mit 0:1 verloren und auch die drei folgenden Spiele wurden mit null Punkten beendet. Besonders beängstigend zeigte sich auch das Torverhältnis nach vier Runden, 0:7 aus Sicht der Linzer, keine Tore, keine Spur mehr von der in der Vorsaison aufstrebenden Euphorie an der Donaulände. Auch mit dem Transfer des in der Bundesliga bekannten Shoan Weißmann erwies sich als nicht gerade glücklich, doch die politischen Aussagen und Statements des Mittelstürmers sollen hier kein Thema sein. Am 13. September gelang dann gegen den GAK endlich der erste von bis dato drei Saisonsiegen, auch Altach und die Wiener Austria konnten besiegt werden. Einzig das letzte Spiel des Herbsts gegen die krisengebeutelten Rapidler darf etwas Hoffnung auf die Rettung der Linzer geben, ein 1:1 stand hier am Ende auf der Anzeigetafel. Mit Routine auf der Trainerposition geht es nun für den Club in die zweite Saisonhälfte – der neue Trainer heißt Michael Köllner, welcher sehr viel Erfahrung mitbringt und auf Vereine wie 1860 München, Ingolstadt oder auch 1. FC Nürnberg, welchen er 2018/19 von der zweiten in die erste deutsche Bundesliga führte, in seiner Vita stehen hat. Man kann dem sympathischen Verein aus der Donaustadt nur alles Gute wünschen, die ZuschauerInnen im regelmäßig ausverkauften „Hoffmann-Personal“-Stadion hätten sich den Klassenerhalt jedenfalls verdient.
NOCH bei guter Laune, die Fans von Blau-Weiß Linz
Grazer AK (11. Tabellenrang)
Die roten Grazer kamen nach dem letztjährigen Aufstieg am Ende der Saison noch zumindest etwas ins Laufen und unter Trainer Ferdinand Feldhofer, ja, genau, die Sturm Graz Legende, wurde der Klassenerhalt geschafft. Ein paar am Papier gut aussehende Transfers im Sommer sollten das große Zittern für diese Saison verhindern, doch auch heuer kommt der „Stadtklub“ nur schwer in die Gänge. Der Auftakt im ersten Saisonspiel gegen die Wiener Austria ließ zumindest ein wenig Hoffnung aufkeimen, dass diese Saison alles besser wird, doch auf das 2:2-Auftakt-X folgte prompt eine beinharte 0:5-Klatsche in der Salzburger Red Bull Arena. Danach zeigt sich der GAK teilweise sehr konzentriert und oft wirkt es in den Spielen so, dass es einfach an der Qualität der Spieler liegt, dass die Begegnungen nicht gewonnen werden – Kampfgeist und Leidenschaft kann man den „Geidorfer Jungs“ in fast keiner Phase der Spielzeit absprechen, lediglich das müde 0:0 gegen Hartberg am 18. Oktober des Jahres war ein absoluter „Anti-Fußball“. Bei dieser Partie bekam man schon wieder Angst, dass alte Muster aufkeimen und wieder mal rein gar nichts geht im roten Graz. Doch dann, nach einer bitteren 1:0-Niederlage gegen den LASK kam die Erlösung: ein 3:1-Heimsieg gegen den SCR Altach brachte sogar Trainer Feldhofer die Freudentränen ins Gesicht und der Stein, der den Spielern, Trainern und Fans an diesem 01. November vom Herzen fiel, spürte man in der ganzen Republik beben. Ab diesem Zeitpunkt hat es „Klick“ gemacht bei den GAKlern und nun wissen sie, dass sie Spiele auch gewinnen können. Die Ernte der harten Arbeit wird im Herbst 2025 noch durch Siege gegen den SK Rapid und Blau-Weiß Linz in Form von drei Punkten eingeholt und auch die Spiele, die sie nicht gewonnen haben, waren gut anzusehen und nun kann man mit vollem Fokus in das Frühjahr starten und für den GAK nur hoffen, dass sich die harte Arbeit am Ende in Form des Klassenerhalts bezahlt macht.
Immer für schöne Choreographien gut – der Anhang des Grazer AKs
WSG Tirol (10. Tabellenrang)
Was war das für ein fulminanter Start in diese Saison für die Wattener?! Auftaktsieg gegen Hartberg, Sieg gegen den LASK, Unentschieden gegen den GAK und Unentschieden gegen den Wolfsberger AC, acht Punkte aus vier Spielen, ein Punkteschnitt von 2,0 – Philipp Semlic hat super Arbeit geleistet im Sommer und die Tiroler wirken gefestigt und spielerisch mutig. Erst am 14. September gab es dann die erste Saisonniederlage, beim 1:4 in Wien Hütteldorf wirkte die Semlic-Elf doch stark geschwächt und ordentlich durch den Wind. Der anfangs entstandene Erfolgslauf konnte anschließend dann leider nicht ganz gehalten werden, weswegen man sich zur Winterpause nur auf dem zehnten Tabellenrang dieser brutal engen Liga wieder findet. Vor allem die Phase nach ebendiesen Auswärtsnuller ist schuld dass man jetzt im Keller der Tabelle zu finden ist, konnte man nach dem Spiel bei Rapid doch vier weitere nicht gewinnen, drei davon wurden sogar verloren. Was man aber in Tirol sieht, ist, dass die eingeschworene Truppe immer mit viel Spielwitz und Leidenschaft in die Partien geht und sich vor keinem Gegner verstecken muss. Das zeigte besonders das erst im Dezember gespielte Nachtragsspiel beim SK Sturm, welches mit 3:1 gewonnen wurde, Traumtor von Matthäus Taferner inklusive. Sowas gelingt dir nicht, wenn du kein Selbstvertrauen hast und genau dieses dürfen sich die WSGler niemals nehmen lassen, dann steht auch einem weiteren Jahr in der ADMIRAL Bundesliga nichts im Wege. Und wer weiß, vielleicht gelingt es ja doch irgendwann noch, das Gernot Langes Stadion in Wattens zur bundesligatauglichen Spielstätte umzuwandeln, um nicht mehr all zu lange im trostlos wirkenden Innsbrucker Tivoli spielen zu müssen, in welcher sich in dieser Saison nur zweimal mehr als 4.000 BesucherInnen verirrten – gegen Red Bull Salzburg und den SK Rapid. Der Ausbau wäre dem Verein mit den Swarovski-Steinchen am Trikot nur zu wünschen, denn was ein kleines, kompaktes Stadion ausmachen kann, kennt man in Österreich beispielsweise von der SV Ried oder auch vom SCR Altach.
Leider ein bekanntes Bild – leere Ränge im Innsbrucker Tivoli bei den „Heimspielen“ der WSG Tirol.
SCR Altach (9. Tabellenrang)
Nach dem letztjährigen Trainer und Sportdirektor Hin und Her kam man im Sommer mit Trainer Fabio Ingolitsch etwas zur Ruhe und das tat dem Verein sehr gut! Allerdings entwickelte sich die Elf der Voralberger zur wohl größten Wundertüte dieser Spielzeit. Von Konstanz kann weder in positiver, noch in negativer Hinsicht hier kaum die Rede sein doch auch so kann man Punkte sammeln, beim SCR Altach sind es zu diesem Zeitpunkt 21 dieser. Die ersten beiden Spiele konnten die Herrn aus dem Ländle gleich positiv bestreiten, 0:2 beim WAC und ein 1:0 gegen die SV Ried zeigen, dass der Verein im Sommer seine Hausaufgaben erfüllt hat. Erst am fünften Spieltag mussten die Tabellenschreiber das erste Mal keine Punkte dem Tableau in der Zeile der Altacher eintragen, eine 0:1-Auswärtsniederlage gegen die Wiener Austria. Besonderer Lieblingsgegner der Schwarz-Weißen bleibt allerdings auch heuer wieder der FC Red Bull Salzburg, welche man bereits zwei Mal in der Saison 2025/26 bespielte und beide Male ein respektables Unentschieden am Ende raussprang. Der SCR Altach ist auch der Verein, der, zumindest am Papier, am öftesten seine Grundformation ändert, was für eine perfekte Einstellung auf den Gegner hindeutet. Vom klassichen 4-4-2 gegen den SK Sturm bis zum modernen 3-4-1-2-System in den letzten Spielen war alles dabei, was natürlich auch den Spielern viel Kopfarbeit abverlangt, doch Fabio Ingolitsch beweist oft das richtige Händchen um so viele Gegner zu ärgern und Punkte einzuhamstern. Auch wenn es für viele Auswärtsfahrer die längste Reise des Jahres darstellt, wünscht man sich den westlichsten aller Vereine weiterhin in der Liga und wenn es in Altach so weitergeht, wird es auch nach der Punkteteilung viele positive Momente im Ländle geben.
Was jetzt für die österreichischen Zweitligisten zu tun ist – Teil 3
FAC Wien (5. Tabellenrang)
Ab dem sechsten Tabellenrang gibt es einen Punktesprung von fünf Punkten, womit wir zum Floridsdorfer AC kommen, welcher nach 16 gespielten Partien bei souveränen 29 Zählern hält. Der Club aus dem 21. Wiener Gemeindebezirk konnte bereits acht seiner Spiele siegreich bestreiten, nicht zuletzt wegen seiner defensiven Stabilität und offensiven Power. Vorne wirbeln Evan Eghosa Aisowieren und Lan Piskule im offensiven Mittelfeld, welche zusammen schon 16 Treffer erzielen konnten. Auch Stürmer Lukas Gabbichler netzte schon dreimal und konnte acht Tore vorlegen. Das größte Erfolgsrezept ist so einfach wie logisch, der FAC verliert nur ganz selten Fußballspiele. Erst drei Mal gab es in dieser Saison keine Punkte zu verzeichnen, nur gegen die Salzburger und Klagenfurter Austria sowie gegen den SK Rapid II setze es Niederlagen, diese aber nur denkbar knapp mit nur einem Tor Unterschied. Unter dem am 08. August das erste Mal als Cheftrainer an der Linie tätigen Sinan Bytyqi zeigt man, was in der Mannschaft steckt, und setzt auf volle Austro-Power. Nur drei Spieler sind Legionäre und mit einem Schnitt von 11,5% von nichtösterreichischen Kaderspielern hat man den größten Anteil an heimischen Kickern der Liga. Am FAC-Platz ist sowieso immer was los, der Ground bürgt einfach für einen tollen Fußballplatzbesuch und einen gemütlichen Aufenthalt, umso mehr, wenn es sportlich gut läuft. Wenn der Floridsdorfer AC den Weg weiter so bestreiten kann, steht einem Platz unter den ersten fünf nichts mehr im Wege.
Alles noch drin für die Jungs aus dem 21.
SC Austria Lustenau (4. Tabellenrang)
Die Vorarlberger Austria aus Lustenau geht unter Cheftrainer Markus Mader in deren zweite Zweitligasaison und diese soll besser laufen als die Letzte. Man konnte nach der Renovierung auch wieder in das heimische Reichshofstadion in Lustenau zurückübersiedeln und hier läuft es auch wieder richtig gut. Nach 16 Spielen hält man bei 31 Punkten und hat damit genauso viele wie die Admira und Amstetten, allein die schlechteren direkten Duelle lassen die Lustenau auf Tabellenrang vier überwintern. Nur drei Spiele wurden verloren, Kapfenberg, St. Pölten und Amstetten waren die einzigen Teams, die durch Markus Maders 4-2-3-1-System einen Weg fanden und voll gegen die Vorarlberger punkten konnten. Auch fantechnisch kann es sich im Ländle sehen lassen, so kommen regelmäßig zwischen 2.000 und 4.000 ZuschauerInnen ins Stadion. Die letzten zwei Spiele des Jahres konnten die Austrianer mit jeweils 1:0 gewinnen und wenn der eingeschlagene Weg fortgeführt wird, dann wird diese Saison in Lustenau eine ruhige und unbeschwerliche. Am Ende wird es voraussichtlich nicht für den Aufstieg in die Bundesliga reichen aber mit etwas Geduld wird auch hier bald mal wieder oben angeklopft werden.
Admira Wacker (3. Tabellenrang)
Nach dem Abstieg vor drei Jahren, in einer Saison, in der man unter Cheftrainer Andreas Herzog bekanntlich nie Letzter war, außer am letzten Spieltag, kämpft sich die Admira immer weiter zurück. Letztes Jahr hat es für die Jungs von Cheftrainer Thomas Silberberger noch nicht zum Aufstieg gereicht, heuer sieht es allerdings schon wieder anders aus. Die Mödlinger spielen eine fast lupenreine Saison, die erste Niederlage in Liga Zwa gab es erst am letzten Spieltag der Herbstsaison zu beklagen – eine 1:2 Auswärtsniederlage gegen den SKU Amstetten bescherte den ersten „Nuller“. Davor gab es teilweise deutliche Siege, wie das 6:1 gegen den SV Kapfenberg oder auch die drei 4:0-Siege gegen den FC Liefering, die Salzburger Austria und Austria Klagenfurt. Der wohl wertvollste Transfer gelang im Sommer durch die Verpflichtung von Alexander Schmidt von Blau-Weiß Linz, welcher bereits elf Mal den Ball im Netz zappeln ließ. Aber auch durch die Routine von Deni Alar oder Turgay Gemicibasi stehen die Admiraner jetzt dort, wo sie eben stehen. In der Südstadt muss Bundesliga gespielt werden, dieser Ansicht bin nicht nur ich, sondern auch die zahlreichen Fans der Südstädter und so ist die Admira Wacker mein Aufstiegskandidat Nummer eins.
Mein persönlicher Aufstiegskanditat Nummer 1 – Die Admira
SKU Ertl Glas Amstetten (2. Tabellenrang)
Die wohl größte Überraschung der heurigen zweiten Liga ist der SKU Amstetten. Sie gewinnen, gewinnen und gewinnen. Und wenn sie nicht gewinnen, verlieren sie zumindest nicht, außer ein Mal, in der dritten Runde auswärts bei der Hertha Wels setze es die bis dato einzige Saisonniederlage – 0:1. Seit diesem 15. August wurde kein weiteres Spiel mehr verloren und die Elf des mit 31 Jahren jüngsten Zweitligatrainers Patrick Engel liefert im 4-3-3-System Woche für Woche souveräne Auftritte und konnte am letzten Spieltag vor der Winterpause sogar den Aufstiegskandidaten aus der Südstadt besiegen. Auch die Fans scheinen begeistert und so pilgern regelmäßig ca. 1.000 BesucherInnen in das kleine Schmuckkästchen im niederösterreichischen Mostviertel. Größter Heilsbringer des Vereins aus der Bezirkshauptstadt ist Heimkehrer David Peham, welcher nach Jahren beim GAK und der First Vienna wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt ist und dort in den ersten 16 Spielen grandiose 14 Tore erzielen konnte. Für die Amstettner gilt es den positiven Aufschwung über den Winter zu bringen um auch im Frühjahr voll anzugreifen und vielleicht wirklich die große Überraschung zu schaffen. Persönlich befürchte ich für den sympathischen Verein allerdings doch einen kleinen Einbruch 2026 und die Qualität von St. Pölten oder der Admira wird sich durchsetzen im Titelrennen um das Liga Zwa-Schild.
Überraschungsteam aus dem Mostviertel
SKN St. Pölten (1. Tabellenrang)
Als goldrichtig erwies sich die Bestellung von Ex-TSV Hartberg Co-Trainer Cem Sekerlioglu als Cheftrainer für die Saison 2025/26. 17 Spiele und 32 Punkte sprechen eine klare Sprache für den Erfolg der niederösterreichischen Hauptstädter. Mit klarem und offensiv ausgerichtetem Fußball macht das Zusehen in der schönen NV-Arena momentan richtig Spaß. Mit Marc Stendera und Marco Hausjell hat man zwei echte Goalgetter in den Reihen, gemeinsam durften sie schon 19 Mal in dieser Saison jubeln. Mit Dirk Carlson stellt man in der Innenverteidigung einen routinierten Mann, welcher auch im luxemburgischen Nationalteam gesetzt ist. Die Spiele des SKN sind von absoluten Siegeswillen und tollem Kombinationsfußball geprägt und so stehen sie hochverdient auf Rang 1 der Liga Zwa Tabelle. Aber – und jetzt kommt das Aber – bereits vier Spiele wurden verloren. Gegen Schwarz-Weiss Bregenz, die Admira, den FAC und auch dem FC Liefering gab es Verluste zu beklagen und deswegen denke ich, dass die verlorenen Punkte ihnen am Ende der Saison auch den Aufstieg kosten werden. Während die St. Pöltner zwar öfter gewinnen, schafft die Konkurrenz es, die Spiele eben nicht zu verlieren und so wird es hinten hinaus ganz bestimmt noch sehr spannend, wer nächstes Jahr in der österreichischen Bundesliga kickt. Für mich persönlich ist es allerdings nicht der SKN St. Pölten, wenngleich ich auf diesem Weg natürlich allen Vereine nur das Beste wünsche.
Die Sonne scheint momentan in St. Pölten am Fußballhimmel
Was jetzt für die österreichischen Zweitligisten zu tun ist – Teil 2
SK Rapid II (10. Tabellenrang)
Am 10. Tabellenrang, im souveränen Mittelfeld, findet man die Zweitbesetzung des SK Rapid, welche in dieser Saison noch nicht ganz zu alter Stärke finden. Acht verlorenen Spielen stehen zwar auch acht nicht-verlorenen Spielen gegenüber, von diesen wurden aber auch nur vier gewonnen. Die vier Siege gab es für das von Jürgen Kerber trainierten Team gegen den Floridsdorfer AC im kleinen Wiener Derby, gegen den KSV 1919, gegen die krisengebeutelte Austria Klagenfurt und zuletzt am 05. Dezember gegen SW Bregenz. Die Jung-Rapidler zeigen zwar immer wieder souveräne Leistungen, bringen aber zu selten die Ergebnisse über die Ziellinie beziehungsweise schaffen sie es oft nicht, ein Unentschieden auch Mal in einen Sieg zu verwandeln. Was resultiert ist ein Platz in der Mitte der Tabelle, mit welchen man aber aufgrund des jungen Kaderalters nicht unzufrieden sein wird in Wien Hütteldorf. Der Nachwuchs der Grün-Weißen ist weithin bekannt und wenn man weiterhin auf dem Weg bleibt, die eigene Jugend zu forcieren und nicht ganz auf den ehemals erfolgreichen Red Bull Weg mit vielen Legionären setzt, wird auch im Westen Wiens bald wieder Ruhe einkehren und weitere Wurmbrands, Hedls oder Querfelds den grünen Rasen im Weststadion beackern. Das ein oder andere Jugendjuwel steht definitiv schon ante portas. Für den SK Rapid II wird es in dieser Saison weiterhin darum gehen, die Liga zu halten und sich im souveränen Mittelfeld zu etablieren. Weiter geht es rund um das Wochenende vom 20. Februar für sie dann gegen die Austria aus Salzburg, was zumindest stimmungstechnisch ein großes Spiel im sonst bei Rapid II eher mau besuchten Allianz Stadion wird.
First Vienna FC 1894 (9. Tabellenrang)
Was war das für ein Saisonauftakt beim ältesten Fußballverein Österreichs? Der Aufstieg als klares Ziel ausgegeben, ein 0:2-Auswärtssieg beim damals noch existenten SV Stripfing und dann in Runde zwei der absolute Kracher auf der Hohen Warte. Traditionsduell vom Feinsten, First Vienna gegen Austria Salzburg. Ein Freitagabend im August, Ankick 20:30 Uhr. So schnell werde ich diesen Abend nicht vergessen, gelebte Tradition, ausverkauftes Stadion, tolle Atmosphäre und ein 3:0-Sieg der Döblinger. Damals bewunderten 4.568 ZuschauerInnen das Spiel, seit dem kamen aber nicht einmal mehr die Hälfte der Fans in die Naturarena. Und auch fußballerisch folgt eine Achterbahnfahrt. Nach fünf Runden musste Trainer Mehmet Sütcü das Feld räumen und Hans Kleer wurde als neuer Chefcoach bestellt. Aber auch unter ihm nahmen die Blau-Gelben nicht die gewünschte Fahrt auf. Auch Sportdirektor Andreas Ivanschitz musste den Hut nehmen und so steht man nun nach 15 Runden auf dem doch enttäuschenden 9. Tabellenrang, mit 17 Zählern ist man auch weit abgeschlagen von den Aufstiegsplätzen. Der Kader ist gespickt mit ehemaligen Bundesligaspielern, wie zum Beispiel Bernhard Luxbacher, Benjamin Rosenberger oder auch Bernhard Zimmermann, welcher sich beim SK Rapid nie final durchsetzen konnte und jetzt mit sieben Treffern den Top-Torschützen der Döblinger stellt. Ich persönliche denke, dass bei der First Vienna der größte Umbruch der Liga im Winter folgen wird und hoffe für den sympathischen Verein, dass sie das Ruder noch herumreißen können und am Ende der Saison zumindest etwas weiter oben anknöpfen können um irgendwann vielleicht mal doch wieder Bundesliga zu spielen.
Viel hatte die First Vienna in dieser Saison noch nicht zu feiern
SV Austria Salzburg (8. Tabellenrang)
Der wiederauferstandene Traditionsverein aus Salzburg hat sich nach der Neugründung wegen der Übernahme von Red Bull nun endlich wieder bis in den Profifußball in Österreich zurückgekämpft und erlebt gleich in der ersten Zweitligasaison ein kleines Märchen, wobei eigentlich die ganze Geschichte des Vereins für Fußballromantik ein ebensolches ist. Regelmäßig ist das Max Aicher Stadion in Salzburg mit 1.566 Fans ausverkauft und die Stimmung und Fanbase findet sich ganz sicher in den top drei der Liga wieder. Der tolle Support von den Rängen schwappt regelmäßig auf das Spielfeld über und auch auswärts sind die Violas in großer Anzahl dabei. Das absolute Highlight für die SV Austria Salzburg gab es am 14. September 2025 zu feiern, beim Auswärtsspiel gegen die Jungbullen vom FC Liefering durften sie in der Red Bull Arena für die Zweitliga-Rekordkulisse von unglaublichen 8.120 Fans sorgen, bei denen es wohl 99% mit den Violetten hielten. Auch sportlich läuft es für den Aufsteiger aus der Regionalliga West richtig gut, fünf Spiele konnten schon gewonnen werden, dazu kommen noch teils harterkämpfte vier Unentschieden. Seit 2018 ist Trainer Christian Schaider im Amt der Mozartstädter seine langjährige Erfahrung und Souveränität im Verein zeigen von toller Konstanz. Auch finanziell wirkt der Verein nach außen hin abgesichert und so kann man im violetten Salzburg endlich wieder befreit sich auf die schönste Nebensache der Welt fokussieren – dem Fußball! Wenn die Leistungen weiterhin so souverän bleiben, steht dem Klassenerhalt der Salzburger nichts im Wege, denn eines ist klar – genau solche Vereine braucht der österreichische Fußball!
Gute Stimmung und positive Energie im Max Aicher Stadion
FC Liefering (7. Tabellenrang)
Die zweite Garnitur des FC Red Bull Salzburg spielt auch heuer wieder eine souveräne Saison in Liga zwa und steht mit 22 Punkten auf dem siebten Tabellenrang. Auch wenn erst am 6. Spieltag gegen die Salzburger Austria im oben genannten Spiel der erste Saisonsieg mit 3:2 ins Haus stand, konnte man davor dank zahlreicher Unentschieden zumindest den ein oder anderen Punkt erringen. Das klassische 4-4-2-System mit der Doppel 6 zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, wodurch eine große Kontinuität gelebt wird und der klassische Red Bull Fußballer die DNA des Vereins eingeimpft bekommt. Besonders bemerkenswert ist der Blick auf die vergleichbaren anderen Zweitbesetzungen der Bundesligisten, so gewann man sowohl gegen die beiden Wiener Vereine aus Hütteldorf und Favoriten und konnte dem SK Sturm II am Anfang der Saison ein hart umkämpftes 2:2 abringen. Damit haben sie gegen alle Zweitmannschaften kein Spiel verloren, was wieder Mal für die gute Jugendarbeit im Bullenstall in Salzburg spricht. Beim FC Liefering sehe ich nicht viel Veränderung im Frühjahr und falls doch, werden sie wohl eher den Weg in der Tabelle weiter nach oben als nach unten bestreiten.
Die Jungbullen auf einem guten Weg
Young Violets Austria Wien (6. Tabellenrang)
Die Jungveilchen kommen als Regionalliga Ost-Aufsteiger in diese Saison und stehen zur Winterpause als Bestes aller Zweit-Mannschaften der Bundesligisten in der zweiten Liga. 16 Spiele – 7 Siegen – 3 Unentschieden – 6 Niederlagen, das ist für den Aufsteiger, der noch dazu als Ausbildungsverein für die Austria Wien gehandhabt wird, eine grandiose Statistik und man muss vor der Arbeit rund um Cheftrainer Maximilian Uhlig den Hut ziehen. Noch dazu verfolgen die Young Violets den österreichischen Weg und forcieren die Förderung des heimischen Nachwuchs. Nur fünf Kaderspieler sind Legionäre – Einziger bitterer Beigeschmack bei den Young Violets: Der Toptorschütze heißt Philipp Hosiner und der ist für einen Fußballer alles andere als „young“, mit 36 Jahren ist er einer der ältesten Spieler der Liga, hat aber mit sieben Toren in 15 Einsätzen einen großen Einfluss auf den Erfolg der Verteilerkreis-Kicker. Aus den letzten vier Spielen der Herbstsaison gab es, nach einer Negativserie von sechs Spielen ohne vollen Erfolg, drei Siege zu bejubeln, nur das Gastspiel beim Tabellenführer aus St. Pölten ging verloren. Insgesamt ist der Weg der Young Violetts aber definitiv der Richtige und zumindest in Wien Favoriten wird der österreichische Nachwuchs gefördert.
Was jetzt für die österreichischen Zweitligisten zu tun ist – Teil 1
Die Winterpause in Österreich hat nun also auch die beiden höchsten Spielklassen erreicht. Grund genug, um eine kleine Zusammenfassung der Vereine zu erstellen und einen Ausblick auf die kommende Frühjahrssaison zu geben, welche ab dem 20. Februar 2026 startet. Bis Jahresende sollten dann alle Vereine von Liga 1 und 2 hier beleuchtet worden sein, um mit geballtem Wissen ins Fußballjahr 2026 zu starten. Allgemein bietet die „Liga zwa“ momentan eine große Spannungsbreite, die ersten fünf Tabellenränge trennen nur drei Punkte und alle diese Teams sind, zumindest theoretisch, aufstiegsberechtigt, da sie keine Zweitvertretung eines Bundesligisten sind. Wie genau es aber um die Lizenzvergabe aussieht, wird sich erst im Frühling bei der Bundesliga-Lizenzvergabe weisen. Weitere Spannung bietet auch das Ausscheiden des SV Stripfings, wurden doch alle bis dato erspielten Punkt und Tore der gespielten Begegnungen annulliert.
Schwarz-Weiss Bregenz (15. Tabellenrang)
Mit großen Ambitionen startete der Verein vom Bodensee in die Spielsaison 2025/26! Trainer der Vorarlberger: Niemand geringerer als Vereinslegende Regi Van Acker, welcher bereits in der Bundesliga von 2002 bis 2005 für 89 Spiele an der Seitenlinie der Bregenzer stand. Die zweite Amtszeit, welche 2024 begann, endete führ ihn in dieser Saison allerdings schneller, als im wohl lieb war. Nach einem schlechten Saisonstart von acht Spielen ohne Sieg (3 Niederlagen, 5 Unentschieden) entschlossen sich die Verantwortlichen die Reißleine zu ziehen und beurlaubten den 70-jährigen Belgier. Die Nachfolge trat dann Rapid-Legende Andreas Heraf an, welcher am 18. Oktober gegen SKU Amstetten das erste Mal an der Trainerposition stand und dieses Spiel 0:2 verlor. Der spielerische Negativtrend setzt sich leider auch auf den Tribünen fort. Am ersten Spieltag waren noch 1.000 ZuschauerInnen im Casino Stadion, am 12.12. waren es nur mehr 300. Einziger Ausreißer ist das Ländle-Derby gegen Austria Lustenau, 4.000 Fans im Stadion markieren für Liga Zwa einen großartigen Wert! Sportlich lief auch für Heraf das „Radl“ nur behäbig an, erst am 30.11. gegen die First Vienna gelang mit einem 3:0 der erste Sieg. Im letzten Spiel vor der Winterpause feierten die Schwarz-Weissen dann ihren zweiten Saisonsieg, das aber gegen den Tabellenführer aus St. Pölten – 2:1. Für das Frühjahr gilt es, den zuletzt gezeigten leichten Aufwärtstrend fortzuführen, um einen Abstieg in die Regionalliga West zu verhindern. Der Rückstand auf das rettende Ufer ist noch nicht zu groß – also noch alles drinnen für die Mannschaft aus dem Ländle.
Rettet Andreas Heraf noch SW Bregenz oder wird am Bodensee bald wieder Regionalliga gespielt?
SK Sturm II (14. Tabellenrang)
Unter dem erst 33-jährigen, mit der UEFA A-Lizenz ausgestatteten, Trainer Christoph Wurm ging man in die diesjährige Saison. Während man sich schon mit altbekannten Stadionproblemen rund um das Solarstadion in Gleisdorf rumärgern muss und für ein paar Spiele sogar auf den „Monte Schlacko“ in Leoben Donnawitz ausweichen, macht man am Spielfeld, wenn man mal eines findet, einen für eine Zweitvertretung durchaus soliden Eindruck. Die „Jung-Stürmer“ rangieren auf dem 14. Tabellenplatz und zeigen mit ihrer 4-4-2 Rautenformation durchwegs gute Auftritte. So kann sich ein 1:2-Sieg bei der Salzburger Austria ebenso gut sehen lassen wie ein souveränes 2:2 Unentschieden gegen den FC Liefering anfangs der Saison. Was allerdings auch im Sturm-Nachwuchs zu sehen ist: Der Fokus auf heimische Spieler ist nicht das Hauptaugenmerk, so stehen mit elf Legionären bei einer Kadergröße von 28 Spielern wenige heimische Nachwuchskicker am Blatt. Die hohe Quote von 39,3% an nicht-österreichischen Spielern ist für mich besorgniserregend, denn auch wenn man natürlich hier als Ausbildungsverein in einer Ausbildungsliga agiert, sollte meiner Meinung nach hier der Fokus wieder stärker auf heimische Talente gesetzt werden – nicht nur beim SK Sturm aus Graz, sondern bei allen österreichischen Vereinen, welche sich seit einiger Zeit nicht mehr am Österreicher-Topf beteiligen. Eine Entwicklung, die den Verantwortlichen im ÖFB jedenfalls Sorgen bereiten sollte. Für den weiteren Verlauf der Spielzeit wird es für den SK Sturm II weiterhin gute Leistungen brauchen, um die Liga zu halten und sich weiterhin unter Anderem mit den Zweitbesetzungen der Bundesliga-Konkurrenten zu messen und eine erfolgreiche Aufbauarbeit zu schaffen.
FC Hertha Wels (13. Tabellenrang)
Die „Transfer-Meister“ aus Oberösterreich sind nach dem erstmaligen Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse des Landes ganz „okay“ in den Herbst gestartet. Gleich 15 Spieler im Kader des FC Hertha Wels sind neu im Sommer in die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes gewechselt und performen dort nicht schlecht. Vor allem Albin Gashi, der von der Admira aus Mödling nach Wels wechselte, lässt regelmäßig seine Qualität aufblitzen und hat schon acht Tore am Scorer-Konto. Auch die Fans lockt die Zweitliga-Euphorie in die schöne Arena, in welcher besonders die Kantine ein absoluter Hingucker ist. So besuchen rund 1.000 Fans die Heimspiele der Welser und bekommen dort auch recht ansehnlichen Fußball zu sehen. Ich war am 07. November gegen die First Vienna selbst vor Ort und bekam ein flott-frisches, wenn auch torloses, Fußballspiel zu sehen. Der sympathische Verein, welcher Defensiv regelmäßig einer Dreierkette vertraut, steht momentan am 13. Tabellenrang, für einen Aufsteiger aus der Regionalliga Mitte definitiv ein guter Zwischenstand. Trainer Christian Heinle zeigt, was mit ruhiger und konstanter Arbeit geschaffen werden kann, und so sehe ich die Hertha aus Wels nicht abstiegsgefährdet. Ich denke, sie werden eher nach oben hin noch den ein oder anderen Platz gut machen, wenn man es schafft, die professionelle Arbeit fortzuführen, auch wenn aus den letzten drei Spielen im Herbst nur ein Punkt herausgeschaut hat, dieser gelang aber immerhin gegen den Erstplatzierten SKN St. Pölten.
Immer gut besucht – die HUBER Arena in Wels
KSV 1919 (12. Tabellenrang)
Der Verein aus Kapfenberg kam unter Interimstrainer Mario Grgic nur stockend in die Saison, nach zwei sieglosen Spielen folgte am dritten Spieltag der erlösende erste Saisonsieg, so war das 3:1 gegen die Austria aus Lustenau ein regelrechter Dosenöffner und die Obersteirer gewannen daraufhin drei weitere Spiele in Folge. Erst am 03. September dann stellte man den 53-jährigen Vladimir Petrovic als neuen Cheftrainer vor, welcher aber schon seit 2015, mit einer kurzen Unterbrechung als Cheftrainer beim TUS Spielberg 2018/19, im Verein tätig ist, zuletzt als Co-Trainer. Der Übungsleiter bevorzugt das flache 3-5-2-System, an welchen die KSVler allerdings zuletzt immer wieder an sich selbst zu scheitern scheinen. Die letzten fünf Spiele zeigen teils erschreckende Ergebnisse, wie zum Beispiel die 5:2-Auswärtsniederlage bei den Jungbullen aus Liefering oder das 6:1-Debakel bei der Admira in der Südstadt. Insgesamt konnte man fünf Siege erringen, aber auch neun Niederlagen mussten hingenommen werden. Noch dazu stellt man mit einer Tordifferenz von -14 die schlechteste der Liga. Auch die Fans im Alpenstadion bleiben momentan aus, so verirrten sich in keinem der bisherigen Heimspiele mehr als 750 BegutachterInnen in das in die Jahre gekommene Oval in der schönen Obersteiermark. Wenn man es nicht schafft, das Spiel zu stabilisieren wird diese Saison für den KSV 1919 noch sehr schwierig werden, die Tendenz zeigt leider ganz klar nach unten.
Tore erwünscht – volle Offensive für das Frühjahr in Kapfenberg
SK Austria Klagenfurt (11. Tabellenrang)
Nach dem Abstieg aus der Bundesliga inklusive Trainer-Hick-Hack rund um Ex-Trainer Peter Pacult und Carsten Jancker ging man mit dem ehemaligen Co-Trainer Rolf Landerl in die neue Saison. Der 50-jährige Wiener übernahm offiziell per 01. Juli das Cheftrainer-Amt des Wörthersee-Vereins. Gleich in seinem ersten Pflichtspiel als Trainer setzte es im UNIQA ÖFB-Cup eine herbe 0:2-Pleite gegen den letztjährigen Zweitligabasteiger SV Horn. Das erste Zweitligaspiel der Saison gab es im Duell der Austrianer gegen ebendiese aus Salzburg, welches gleich an Spieltag eins das Duell Auf- gegen Absteiger markierte, wurde mit 1:2 auswärts gewonnen, das erste Heimspiel gegen die Young Violets dann 2:3 verloren. Danach folgte eine souveräne Zeit mit zahlreichen Siegen und einem ordentlichen Platz im Mittelfeld der Tabelle. Doch dann kam der Einbruch: der letzte Sieg der Klagenfurter Violetten datiert vom 26. September 2025, was auch in der Tabelle den freien Fall bedeutet und der Absteiger der letztjährigen Bundesligasaison sich nur mehr auf Rang elf wiederfindet. Lichtblick in der Offensive ist der kroatische Stürmer Bartol Barisic, welcher auf Leihbasis vom slowakischen Erstligisten Dunajska Streda an den Wörthersee im Sommer wechselte. Er bestritt alle 18 Saisonspiele und hält dabei souverän bei sieben Treffern. Auch Österreich-Rückkehrer und Bundesliga-Alumnus Marc Andre Schmerböck, welcher nach einem sportlichen Ausflug nach Indien wieder in die Heimat zurückkehrte, in welcher er unter Anderem schon für den Wolfsberger AC, die TSV Hartberg oder auch die SV Ried die Fußballschuhe schnürte, hält bei drei Treffern, wobei er allerdings in Landerls 3-4-1-2-System eher die Rolle des hängenden Stürmers übernimmt. Auch die Austria Klagenfurt muss sich also im Frühjahr wiederfinden und vielleicht zu alten, kämpferischen Tugenden zurückkehren, welche sie in der Bundesliga damals so stark gemacht haben. Ansonsten kann auch hier der weitere Rückgang in der Tabelle nicht vermieden werden und ein drohender Supergau mit erneutem Abstieg wäre für die finanzschwachen Klagenfurter wohl mit dem kompletten Aus aus dem Profi-Fußball verbunden.
Leere Ränge in Klagenfurt – gehen bald ganz die Lichter aus?
13.537 Menschen verirrten sich an einem kalten Nikolo-Tag in das Allianz Stadion in Wien Hütteldorf zum Ligaspiel gegen die SV Ried. Große Hoffnung oder Freude kam aber bei niemanden auf. Der SK Rapid ist am absoluten Tiefpunkt angelangt. Was jetzt noch hilft?
Nicht viel los im Weststadion am Samstag
Wie soll das alles enden?
Der SK Rapid hat den teuersten Kader der Vereinsgeschichte, das ist Fakt. Die beste Mannschaft hat man aber definitiv nicht. Es wirkt eigentlich, als wäre es überhaupt keine Mannschaft. Jeder spielt für sich, von Teamgefüge keine Spur, Pässe kommen nicht an, gar nichts geht mehr – rien ne va plus in Hütteldorf. Viele und hoffentlich die richtigen Leute müssen nun der Frage nach dem „Warum?“ nachgehen, Antworten zu finden wird zumindest von außen betrachtet schwierig. Der Saisonstart verlief gut, große Hoffnungen auf einen Titel keimten auf, durch die Qualifikation zur Conference League kam man, wenn auch teilweise knapp, durch und liefert dort nun einen regelrecht peinlichen Auftritt. In der XL-Tabelle des internationalen Bewerbs ist man krachender Letzter, mit einem Torverhältnis von 2:12! Vereine wie Shelbourne FC aus Irland, KF Shkëndija aus Mazedonien oder Hamrum Spartans aus Malta haben allesamt mindestens einen Punkt und liegen im Ranking teils weit vor Rapid. Bei allem Respekt diesen Vereinen gegenüber, aber das kann einfach nicht der Anspruch für den österreichischen Rekordmeister sein! Wenn man nach Graz oder Salzburg blickt, so sieht man dort ein ähnliches Bild, sind die beiden weiteren österreichischen Vertreter – in der Europa League – auch weit weg von einem Qualifikationsplatz Richtung Playoffs und auch bei diesen beiden Vereinen läuft es aktuell nicht rund, wenngleich Salzburg immerhin Tabellenführer in der momentan wohl schwächsten Bundesliga der letzten 15 Jahre ist. Auch Rapid fehlt in Wahrheit nur fünf Punkte auf die Tabellenspitze. Ist es also die Doppelbelastung, welche wie WAC-Präsident Dietmar Riegler richtigerweise als „Doppelbelohnung“ bezeichnete, die den Vereinen zu schaffen macht? Oder doch die Qualität und auch die medizinische Abteilung der Vereine, denn wenn man bei allen drei Clubs auf die Verletzenliste schaut, sieht man lazarettähnliche Bedienungen.
Riesiger Andrang bei Europacup Partien
Letzte Chance – Conference League?
So wirr es klingen möchte, ich denke die letzten beiden Spiele der Conference League gegen Omonia Nikosia und Zrinskji Mostar werden sehr wichtig für die Gefühlslage im Winter werden. Bis dorthin warten eben noch diese beiden Spiele und auch noch der Auswärtsauftritt beim Tabellenletzten Blau Weiß Linz. Auch wenn es momentan unrealistisch scheint, aber, eine Wiedergutmachung im internationalen Bewerb und ein letzter Dreier im Ligaspiel könnten dem Team nochmal Aufschwung für die winterliche Vorbereitung für das Frühjahr geben. Auch wenn dann ein neuer Trainer an der Seitenlinie stehen wird, positive Energie kann einfach nie schaden. Die momentane „Schau ma einfach dass ma in die Winterpause kommen“-Einstellung ist mir definitiv zu wenig und es kann einfach nicht der Anspruch für Grün Weiß sein! Gespannt darf man sein, wie viele Zuschauer und Zuschauerinnen am Donnerstag sich die 21 Uhr-Begegnung gegen den zypriotischen Vertreter antun werden. Spaß macht es momentan jedenfalls nicht, den Weg ins Weststadion einzuschlagen. Die Zeit der großen, magischen europäischen Nächte ist vorübergehend jedenfalls ausgesetzt, es muss nun aber das Ziel sein, die letzten drei Begegnungen 2025 als Motivationsschub und Wiedergutmachung zu nutzen, um im Frühling mit neuer Energie und neuem Cheftrainer durchzustarten.
Qualitätssteigerung erwünscht
Weiters gilt es neben dem Trainer auch im Kader auf der ein oder andere Position nachzulegen und vielleicht im Wintertransferfenster Verstärkung nach Hütteldorf zu holen. Auch die jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mehr einzubauen ist bestimmt kein Fehler, so war zum Beispiel Armin Gröller nach seiner Einwechslung am Samstag gegen die SV Ried für den Verletzten Jonas Auer einer der wenigen Lichtblicke im Rapid-Spiel, weil er sich zumindest kämpferisch zeigte. Die Gerüchteküche rund um die Transfers im Winter brodelt zwar noch lange nicht, doch hört man vorallem den Wunsch auf der Torwartposition nachzubessern. Auch wegen seiner Rapidvergangenheit ist hier Nikolaus Polster bestimmt die spannendste Aktie. Der junge Goalie vom Wolfsberger AC wäre eine Bereicherung für das Torwartteam des SCR, das steht außer Frage. Ein weiteres Gerücht gibt es um den 32-jährigen iranischen Nationalmannschaftskapitän Alireza Jahanbakhsh. Der rechte Flügelspieler wäre ablösefrei zu haben und würde mit seiner Routine dem Rapidspiel die gewünschte Stabilität bringen. Ob dieses Gerücht allerdings Wirklichkeit wird steht in den Sternen.
Klar ist jedenfalls, dass es in Hütteldorf endlich wieder ruhig werden muss und sich auch die Herren aus der Vorstandsebene allesamt hinterfragen müssen. So kann es einfach nicht mehr weitergehen!
Warum es vielleicht doch nicht schlau ist, einen Trainer schnell zu entlassen.
Bezugnehmend auf meinen letzten Artikel über die Entlassung von Peter Stöger beim SK Rapid folgt hier ein weiteres, persönliches, Statement zu den Schnellschüssen des Vereins aus Hütteldorf. Ich stelle mir immer wieder die Frage, warum Trainer immer schnell entlassen werden, wenn es einmal nicht läuft. Dass das erste Tief in einer Trainerlaufbahn meist zum Rauswurf führt, ist für mich nach wie vor unverständlich und so habe ich mir zwei Vereine rausgesucht, welche den Weg momentan etwas anders gehen und den Chefcoachs ihre Zeit für Entwicklung geben.
Grazer AK 1902, Ferdinand Feldhofer
Der GAK ist wieder da!
Ferdinand Feldhofer kam in der Saison 2024/25 als dritter Trainer zum Grazer Stadtklub, nachdem dort Aufstiegstrainer Gernot Meßner und auch Nachfolger Rene Poms früh das Zepter nehmen mussten. Der Verein hat es unter der Führung des 46-jährigen Steirers geschafft, letzte Saison nicht abzusteigen. Was klar ist, ist, dass ein Abstieg immer mehr kostet als ein neuer Trainer respektive zwei weitere Trainer auf der Paywall. So ging man also mit „Ferdl“ auch in die heurige Saison und gab dem Vorauer Zeit! Zeit, die sich nun bezahlt macht. So gelang den „Rotjacken“ zwar erst am 12. Spieltag der erste volle Erfolg, seit dem läuft es aber richtig gut beim Grazer Traditionsverein. Aus den letzten vier Spielen gibt es neun Punkte zu vermelden, die rote Laterne wurde abgegeben und man hat fünf Punkte Vorsprung auf den Letzten Blau-Weiß Linz. Der erste, erlösende, Dreier gab es mit dem 3:1-Heimsieg gegen Altach am 01.11., damals noch als Letzter der Tabelle.
Das Feuer brennt wieder in Graz, auf und abseits des Rasens.
Ein Monat später wirkt man gefestigt und die Räder greifen. Es folgte zwar eine bittere Niederlage gegen die Wiener Austria, wo man aber definitiv nicht die schlechtere Mannschaft war. Nach der Länderspielpause folgt dann der 2:1-Auswärtssieg beim SK Rapid und ein 3:1-Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten aus Linz. Und vor allem für die Fans noch wichtiger – dem GAK zuzusehen macht wieder Spaß! Vom absoluten Anti-Fußballspiel Mitte Oktober gegen Hartberg, wo ich selbst im Stadion war und das wohl langweiligste 0:0 meines Lebens zu sehen bekam, ist man nun bei einem raffinierten Umschaltspiel angekommen und auch die Stürmer Daniel Maderner und Ramiz Harakte tragen mit ihren Treffern zu einem erfolgreichen Spiel bei. Wie ich meine, ein gutes Beispiel, dass man vielleicht einfach mal Trainer arbeiten lassen sollte, manchmal dauert es einfach länger bis der Knoten platzt und gerade in der österreichischen Liga, wo es heuer noch eine Tabellen- und Punkteteilung gibt, kann man sich schon mal ruhig Zeit lassen, ab dem Frühjahr ist ohnedies wieder alles offen.
1. FC Nürnberg, Miroslav Klose
Immer gut besucht – das Max Morlock Stadion in Nürnberg
Das zweite Beispiel meiner Analyse führt mich ins Frankenland, ausgerechnet zu den „Brüdern“ der Ultras Rapid, in die 2. Deutschen Bundesliga. Bereits am 01. Juli 2024 übernahm dort der gebürtige Pole Miroslav Klose das Traineramt – einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer. Auch hier galt es, viel Geduld mitzubringen. Letzte Saison schloss man den Bewerb als 10. ab, 14 Siege standen aber auch 14 Niederlagen gegenüber. Nun ging man mit dem Vertrauen in Klose in seine zweite Saison, was folgt ist ein katastrophaler Start für den Traditionsverein aus Nürnberg. Fünf Runden, vier Niederlagen, ein trostloses 0:0 gegen Paderborn und das blamable Pokal-Aus in der 1. Runde gegen den bayrischen Regionalligisten FV Illertissen, bei dem ich live vor Ort war, sprechen für einen absolut verkorksten Saisonstart. In der bayrischen Kleinstadt Illertissen waren auch „Klose raus!“-Rufe zu hören, nach einem nicht nur wettertechnischen wechselhaften Spiel und dem Aus im Elfmeterschießen. Doch der Verein blieb ruhig und schenkte „Miro“ weiter das Vertrauen und siehe da – auch in Nürnberg läuft es momentan richtig gut!
„Klose raus!“-Rufe nach dem Pokalaus in Illertissen
Am sechsten Spieltag gelang gegen den VfL Bochum der erste Heimsieg, aus den darauffolgenden letzten acht Spielen ergatterte man 14 Punkte, was einen souveränen Schnitt von 1,75 Punkten pro Spiel macht. Seit dem 20. September wurden nur zwei Spiele verloren, einmal gegen die Hertha aus Berlin und einmal gegen den Tabellenletzten aus Magdeburg am vergangenen Spieltag. Besonders auffallend ist, dass beim FCN eine Vielzahl der Spieler Tore schießen, nicht nur die Stürmer. Führender der internen Torschützenliste ist der zentrale Mittelfeldspieler Rafael Lubach mit vier Treffern, gefolgt vom ebenfalls im zentralen Mittelfeld spielenden Finn Becker. Alle sechs bis jetzt eingesetzten nummerischen Stürmer hingegen halten zusammen bei fünf Treffern. Also auch in Franken wurde die Geduld belohnt, der 1. FC Nürnberg rangiert am souveränen zehnten Tabellenrang, hat nach dem katastrophalen Start mit den unteren Rängen nichts mehr zu tun und hat fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung weitergeht und wo der Verein am Ende des Jahres steht.
Vielleicht heilt die Zeit also wirklich alle Wunden und wie so oft im Leben ist auch im Fußball Geduld gefragt.
🏆 PRVA Liga ⚽️ NS Mura – NK Maribor 0:1 💰 € 14,– 🍺 € 3,70 👨👩👦 2.300 #️⃣ Ground 348, Fazanerija-Stadion | Murska Sobota | # 90/2025
Gestern brachte mich meine fußballerische Reise wieder einmal nach Slowenien, um dort in der höchsten Spielklasse, der PRVA Liga, bereits zum dritten Mal ein Fußballspiel zu verfolgen. Nachdem im österreichischen Unterhaus der Ball ja mittlerweile ruht und alle Teams in der wohlverdienten Winterpause weilen, ist ein Ausflug ins südliche Nachbarland bestimmt kein Fehler, so der Gedanke bei der Planung unter der Woche. Also Winterjacke ins Auto und ab nach Murska Sobotoa, gelegen im nordöstlichen Zipfel des Landes und mit knapp 12.000 Einwohnern eine nette Kleinstadt.
Das „Mestni Stadion Fazanerija“ von außen.
Nach einem herrlichen Mittagessen in Form von Cevapcici ging es rund zehn Gehminuten durch ein kleines Waldstück zum Fazanerija-Stadion, welches ein Fassungsvermögen von rund 4.500 Plätzen aufweist und heute beim großen Duell gegen den Rivalen NK Maribor auch immerhin 2.300 dieser besetzt sind. Von außen macht die Arena einen souveränen Eindruck, welcher sich auch von innen bestätigt, allerdings merkt man, dass die Spielstätte sich in einer Renovierungsphase befindet, denn die Haupttribüne ist nur halb fertig. Hinter dem Tor nahmen die heimischen Fans rund um die Gruppe „Black Gringos“ Platz, während die Gästefans auf der Längseite untergebracht sind. Beide Fanszenen zeigen sich gut gelaunt und es gibt einen tollen Dauersupport beider Lager zu vermelden, aufgrund der Rivalität der beiden Gruppen aber natürlich nicht ohne gegenseitige Schmähgesänge und sogar Verbrennung einer NS Mura Fan-Utensils im in viollet gefärbten NK Maribor Block. Zusammenfassend ein stabiler Auftritt beider!
Die „Black Gringos“ in Action.
Spielerisch zeigen sich beide Teams von Beginn weg recht motiviert, vor allem der heimische Tabellenvorletzte der Zehner-Liga kann immer wieder gefährlich Nadelstiche setzen und kommt zu einigen Chancen, welche allerdings nicht verwertet werden können. Daraufhin kommen die Gäste allerdings besser ins Spiel und lassen ihre Qualität aufblitzen, in der 28. Minute kommen sie gefährlich über die linke Seite vor das Tor, der Klärungsversuch scheitert und der Ball landet vor den Beinen von David Pejicic, welcher mit guter Übersicht den Ball nochmal auf Mark Spanring ablegt und dieser von der Strafraumkante den Ball Richtung gegnerisches Gehäuse schlenzt und das runde Leder in der rechten Ecke unterbringt. Nach dem Seitenwechsel erhöhen dann die in schwarz-weiß gekleideten Hausherren nochmal den Druck, die routinierte Defensive des Tabellenzweiten aus Maribor beeindruckt dies allerdings wenig und sie spielen die Begegnung staubtrocken nach Hause und dürfen sich über plus drei Punkte auf dem Konto freuen.
Bei bestem November-Wetter wird in der slowenische PRVA Liga gekickt.
Abschließend hat es mich persönlich sehr gefreut, einem weiteren österreichischen Legionär in diesem Spiel, zumindest für 45 Minuten, auf die Beine zu schauen. Raphael Hofer, Jahrgang 2003, begann seine Karriere in der Jugend der SV Ried, ehe er auf dem Radar der Red Bull-Akademie erschien wo er von der RBS-Akademie, alle U-Stationen bis zum FC Liefering durchlief und 2023 auch im Kader der Kampfmannschaft von Red Bull Salzburg stand. Von dort aus ging es dann per Leihe über Blau-Weiß Linz, wo er zu 417 Einsatzminuten und einer Torvorlage kam, zum TSV Hartberg, hier durfte er in sieben Spielen die Fußballschuhe schnüren. Auch im internationalen Bewerb durfte Hofer schon Luft schnuppern – mit den Jungbullen konnte er 14 Spiele in der UEFA Youth League bestreiten, hier gelang dem Linksverteidiger sogar ein Tor. Seit dieser Saison kickt er also beim NS Mura in der PRVA Liga und ist dort fix gesetzt, 15 Einsätze in 17 Ligaspielen sprechen hier eine klare Sprache. Vielleicht sieht man den 22-jährigen Österreicher auch mal wieder in der heimischen Bundesliga, ich wünsche ihm an dieser Stelle jedenfalls nur das Beste für seine weitere Karriere.