13.537 Menschen verirrten sich an einem kalten Nikolo-Tag in das Allianz Stadion in Wien Hütteldorf zum Ligaspiel gegen die SV Ried. Große Hoffnung oder Freude kam aber bei niemanden auf. Der SK Rapid ist am absoluten Tiefpunkt angelangt. Was jetzt noch hilft?

Wie soll das alles enden?
Der SK Rapid hat den teuersten Kader der Vereinsgeschichte, das ist Fakt. Die beste Mannschaft hat man aber definitiv nicht. Es wirkt eigentlich, als wäre es überhaupt keine Mannschaft. Jeder spielt für sich, von Teamgefüge keine Spur, Pässe kommen nicht an, gar nichts geht mehr – rien ne va plus in Hütteldorf. Viele und hoffentlich die richtigen Leute müssen nun der Frage nach dem „Warum?“ nachgehen, Antworten zu finden wird zumindest von außen betrachtet schwierig. Der Saisonstart verlief gut, große Hoffnungen auf einen Titel keimten auf, durch die Qualifikation zur Conference League kam man, wenn auch teilweise knapp, durch und liefert dort nun einen regelrecht peinlichen Auftritt. In der XL-Tabelle des internationalen Bewerbs ist man krachender Letzter, mit einem Torverhältnis von 2:12! Vereine wie Shelbourne FC aus Irland, KF Shkëndija aus Mazedonien oder Hamrum Spartans aus Malta haben allesamt mindestens einen Punkt und liegen im Ranking teils weit vor Rapid. Bei allem Respekt diesen Vereinen gegenüber, aber das kann einfach nicht der Anspruch für den österreichischen Rekordmeister sein! Wenn man nach Graz oder Salzburg blickt, so sieht man dort ein ähnliches Bild, sind die beiden weiteren österreichischen Vertreter – in der Europa League – auch weit weg von einem Qualifikationsplatz Richtung Playoffs und auch bei diesen beiden Vereinen läuft es aktuell nicht rund, wenngleich Salzburg immerhin Tabellenführer in der momentan wohl schwächsten Bundesliga der letzten 15 Jahre ist. Auch Rapid fehlt in Wahrheit nur fünf Punkte auf die Tabellenspitze. Ist es also die Doppelbelastung, welche wie WAC-Präsident Dietmar Riegler richtigerweise als „Doppelbelohnung“ bezeichnete, die den Vereinen zu schaffen macht? Oder doch die Qualität und auch die medizinische Abteilung der Vereine, denn wenn man bei allen drei Clubs auf die Verletzenliste schaut, sieht man lazarettähnliche Bedienungen.

Letzte Chance – Conference League?
So wirr es klingen möchte, ich denke die letzten beiden Spiele der Conference League gegen Omonia Nikosia und Zrinskji Mostar werden sehr wichtig für die Gefühlslage im Winter werden. Bis dorthin warten eben noch diese beiden Spiele und auch noch der Auswärtsauftritt beim Tabellenletzten Blau Weiß Linz. Auch wenn es momentan unrealistisch scheint, aber, eine Wiedergutmachung im internationalen Bewerb und ein letzter Dreier im Ligaspiel könnten dem Team nochmal Aufschwung für die winterliche Vorbereitung für das Frühjahr geben. Auch wenn dann ein neuer Trainer an der Seitenlinie stehen wird, positive Energie kann einfach nie schaden. Die momentane „Schau ma einfach dass ma in die Winterpause kommen“-Einstellung ist mir definitiv zu wenig und es kann einfach nicht der Anspruch für Grün Weiß sein! Gespannt darf man sein, wie viele Zuschauer und Zuschauerinnen am Donnerstag sich die 21 Uhr-Begegnung gegen den zypriotischen Vertreter antun werden. Spaß macht es momentan jedenfalls nicht, den Weg ins Weststadion einzuschlagen. Die Zeit der großen, magischen europäischen Nächte ist vorübergehend jedenfalls ausgesetzt, es muss nun aber das Ziel sein, die letzten drei Begegnungen 2025 als Motivationsschub und Wiedergutmachung zu nutzen, um im Frühling mit neuer Energie und neuem Cheftrainer durchzustarten.
Qualitätssteigerung erwünscht
Weiters gilt es neben dem Trainer auch im Kader auf der ein oder andere Position nachzulegen und vielleicht im Wintertransferfenster Verstärkung nach Hütteldorf zu holen. Auch die jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mehr einzubauen ist bestimmt kein Fehler, so war zum Beispiel Armin Gröller nach seiner Einwechslung am Samstag gegen die SV Ried für den Verletzten Jonas Auer einer der wenigen Lichtblicke im Rapid-Spiel, weil er sich zumindest kämpferisch zeigte. Die Gerüchteküche rund um die Transfers im Winter brodelt zwar noch lange nicht, doch hört man vorallem den Wunsch auf der Torwartposition nachzubessern. Auch wegen seiner Rapidvergangenheit ist hier Nikolaus Polster bestimmt die spannendste Aktie. Der junge Goalie vom Wolfsberger AC wäre eine Bereicherung für das Torwartteam des SCR, das steht außer Frage. Ein weiteres Gerücht gibt es um den 32-jährigen iranischen Nationalmannschaftskapitän Alireza Jahanbakhsh. Der rechte Flügelspieler wäre ablösefrei zu haben und würde mit seiner Routine dem Rapidspiel die gewünschte Stabilität bringen. Ob dieses Gerücht allerdings Wirklichkeit wird steht in den Sternen.
Klar ist jedenfalls, dass es in Hütteldorf endlich wieder ruhig werden muss und sich auch die Herren aus der Vorstandsebene allesamt hinterfragen müssen. So kann es einfach nicht mehr weitergehen!
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