Was jetzt für die österreichischen Zweitligisten zu tun ist – Teil 2
SK Rapid II (10. Tabellenrang)

Am 10. Tabellenrang, im souveränen Mittelfeld, findet man die Zweitbesetzung des SK Rapid, welche in dieser Saison noch nicht ganz zu alter Stärke finden. Acht verlorenen Spielen stehen zwar auch acht nicht-verlorenen Spielen gegenüber, von diesen wurden aber auch nur vier gewonnen. Die vier Siege gab es für das von Jürgen Kerber trainierten Team gegen den Floridsdorfer AC im kleinen Wiener Derby, gegen den KSV 1919, gegen die krisengebeutelte Austria Klagenfurt und zuletzt am 05. Dezember gegen SW Bregenz. Die Jung-Rapidler zeigen zwar immer wieder souveräne Leistungen, bringen aber zu selten die Ergebnisse über die Ziellinie beziehungsweise schaffen sie es oft nicht, ein Unentschieden auch Mal in einen Sieg zu verwandeln. Was resultiert ist ein Platz in der Mitte der Tabelle, mit welchen man aber aufgrund des jungen Kaderalters nicht unzufrieden sein wird in Wien Hütteldorf. Der Nachwuchs der Grün-Weißen ist weithin bekannt und wenn man weiterhin auf dem Weg bleibt, die eigene Jugend zu forcieren und nicht ganz auf den ehemals erfolgreichen Red Bull Weg mit vielen Legionären setzt, wird auch im Westen Wiens bald wieder Ruhe einkehren und weitere Wurmbrands, Hedls oder Querfelds den grünen Rasen im Weststadion beackern. Das ein oder andere Jugendjuwel steht definitiv schon ante portas. Für den SK Rapid II wird es in dieser Saison weiterhin darum gehen, die Liga zu halten und sich im souveränen Mittelfeld zu etablieren. Weiter geht es rund um das Wochenende vom 20. Februar für sie dann gegen die Austria aus Salzburg, was zumindest stimmungstechnisch ein großes Spiel im sonst bei Rapid II eher mau besuchten Allianz Stadion wird.

First Vienna FC 1894 (9. Tabellenrang)

Was war das für ein Saisonauftakt beim ältesten Fußballverein Österreichs? Der Aufstieg als klares Ziel ausgegeben, ein 0:2-Auswärtssieg beim damals noch existenten SV Stripfing und dann in Runde zwei der absolute Kracher auf der Hohen Warte. Traditionsduell vom Feinsten, First Vienna gegen Austria Salzburg. Ein Freitagabend im August, Ankick 20:30 Uhr. So schnell werde ich diesen Abend nicht vergessen, gelebte Tradition, ausverkauftes Stadion, tolle Atmosphäre und ein 3:0-Sieg der Döblinger. Damals bewunderten 4.568 ZuschauerInnen das Spiel, seit dem kamen aber nicht einmal mehr die Hälfte der Fans in die Naturarena. Und auch fußballerisch folgt eine Achterbahnfahrt. Nach fünf Runden musste Trainer Mehmet Sütcü das Feld räumen und Hans Kleer wurde als neuer Chefcoach bestellt. Aber auch unter ihm nahmen die Blau-Gelben nicht die gewünschte Fahrt auf. Auch Sportdirektor Andreas Ivanschitz musste den Hut nehmen und so steht man nun nach 15 Runden auf dem doch enttäuschenden 9. Tabellenrang, mit 17 Zählern ist man auch weit abgeschlagen von den Aufstiegsplätzen. Der Kader ist gespickt mit ehemaligen Bundesligaspielern, wie zum Beispiel Bernhard Luxbacher, Benjamin Rosenberger oder auch Bernhard Zimmermann, welcher sich beim SK Rapid nie final durchsetzen konnte und jetzt mit sieben Treffern den Top-Torschützen der Döblinger stellt. Ich persönliche denke, dass bei der First Vienna der größte Umbruch der Liga im Winter folgen wird und hoffe für den sympathischen Verein, dass sie das Ruder noch herumreißen können und am Ende der Saison zumindest etwas weiter oben anknöpfen können um irgendwann vielleicht mal doch wieder Bundesliga zu spielen.

Viel hatte die First Vienna in dieser Saison noch nicht zu feiern
SV Austria Salzburg (8. Tabellenrang)

Der wiederauferstandene Traditionsverein aus Salzburg hat sich nach der Neugründung wegen der Übernahme von Red Bull nun endlich wieder bis in den Profifußball in Österreich zurückgekämpft und erlebt gleich in der ersten Zweitligasaison ein kleines Märchen, wobei eigentlich die ganze Geschichte des Vereins für Fußballromantik ein ebensolches ist. Regelmäßig ist das Max Aicher Stadion in Salzburg mit 1.566 Fans ausverkauft und die Stimmung und Fanbase findet sich ganz sicher in den top drei der Liga wieder. Der tolle Support von den Rängen schwappt regelmäßig auf das Spielfeld über und auch auswärts sind die Violas in großer Anzahl dabei. Das absolute Highlight für die SV Austria Salzburg gab es am 14. September 2025 zu feiern, beim Auswärtsspiel gegen die Jungbullen vom FC Liefering durften sie in der Red Bull Arena für die Zweitliga-Rekordkulisse von unglaublichen 8.120 Fans sorgen, bei denen es wohl 99% mit den Violetten hielten. Auch sportlich läuft es für den Aufsteiger aus der Regionalliga West richtig gut, fünf Spiele konnten schon gewonnen werden, dazu kommen noch teils harterkämpfte vier Unentschieden. Seit 2018 ist Trainer Christian Schaider im Amt der Mozartstädter seine langjährige Erfahrung und Souveränität im Verein zeigen von toller Konstanz. Auch finanziell wirkt der Verein nach außen hin abgesichert und so kann man im violetten Salzburg endlich wieder befreit sich auf die schönste Nebensache der Welt fokussieren – dem Fußball! Wenn die Leistungen weiterhin so souverän bleiben, steht dem Klassenerhalt der Salzburger nichts im Wege, denn eines ist klar – genau solche Vereine braucht der österreichische Fußball!

Gute Stimmung und positive Energie im Max Aicher Stadion
FC Liefering (7. Tabellenrang)

Die zweite Garnitur des FC Red Bull Salzburg spielt auch heuer wieder eine souveräne Saison in Liga zwa und steht mit 22 Punkten auf dem siebten Tabellenrang. Auch wenn erst am 6. Spieltag gegen die Salzburger Austria im oben genannten Spiel der erste Saisonsieg mit 3:2 ins Haus stand, konnte man davor dank zahlreicher Unentschieden zumindest den ein oder anderen Punkt erringen. Das klassische 4-4-2-System mit der Doppel 6 zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, wodurch eine große Kontinuität gelebt wird und der klassische Red Bull Fußballer die DNA des Vereins eingeimpft bekommt. Besonders bemerkenswert ist der Blick auf die vergleichbaren anderen Zweitbesetzungen der Bundesligisten, so gewann man sowohl gegen die beiden Wiener Vereine aus Hütteldorf und Favoriten und konnte dem SK Sturm II am Anfang der Saison ein hart umkämpftes 2:2 abringen. Damit haben sie gegen alle Zweitmannschaften kein Spiel verloren, was wieder Mal für die gute Jugendarbeit im Bullenstall in Salzburg spricht. Beim FC Liefering sehe ich nicht viel Veränderung im Frühjahr und falls doch, werden sie wohl eher den Weg in der Tabelle weiter nach oben als nach unten bestreiten.

Die Jungbullen auf einem guten Weg
Young Violets Austria Wien (6. Tabellenrang)

Die Jungveilchen kommen als Regionalliga Ost-Aufsteiger in diese Saison und stehen zur Winterpause als Bestes aller Zweit-Mannschaften der Bundesligisten in der zweiten Liga. 16 Spiele – 7 Siegen – 3 Unentschieden – 6 Niederlagen, das ist für den Aufsteiger, der noch dazu als Ausbildungsverein für die Austria Wien gehandhabt wird, eine grandiose Statistik und man muss vor der Arbeit rund um Cheftrainer Maximilian Uhlig den Hut ziehen. Noch dazu verfolgen die Young Violets den österreichischen Weg und forcieren die Förderung des heimischen Nachwuchs. Nur fünf Kaderspieler sind Legionäre – Einziger bitterer Beigeschmack bei den Young Violets: Der Toptorschütze heißt Philipp Hosiner und der ist für einen Fußballer alles andere als „young“, mit 36 Jahren ist er einer der ältesten Spieler der Liga, hat aber mit sieben Toren in 15 Einsätzen einen großen Einfluss auf den Erfolg der Verteilerkreis-Kicker. Aus den letzten vier Spielen der Herbstsaison gab es, nach einer Negativserie von sechs Spielen ohne vollen Erfolg, drei Siege zu bejubeln, nur das Gastspiel beim Tabellenführer aus St. Pölten ging verloren. Insgesamt ist der Weg der Young Violetts aber definitiv der Richtige und zumindest in Wien Favoriten wird der österreichische Nachwuchs gefördert.

Die Young Violets vertrauen voller Austro-Power

Teil 3 folgt … bleib am Ball 😉

Posted in

Hinterlasse einen Kommentar