Was jetzt für die österreichischen Zweitligisten zu tun ist – Teil 3
FAC Wien (5. Tabellenrang)
Ab dem sechsten Tabellenrang gibt es einen Punktesprung von fünf Punkten, womit wir zum Floridsdorfer AC kommen, welcher nach 16 gespielten Partien bei souveränen 29 Zählern hält. Der Club aus dem 21. Wiener Gemeindebezirk konnte bereits acht seiner Spiele siegreich bestreiten, nicht zuletzt wegen seiner defensiven Stabilität und offensiven Power. Vorne wirbeln Evan Eghosa Aisowieren und Lan Piskule im offensiven Mittelfeld, welche zusammen schon 16 Treffer erzielen konnten. Auch Stürmer Lukas Gabbichler netzte schon dreimal und konnte acht Tore vorlegen. Das größte Erfolgsrezept ist so einfach wie logisch, der FAC verliert nur ganz selten Fußballspiele. Erst drei Mal gab es in dieser Saison keine Punkte zu verzeichnen, nur gegen die Salzburger und Klagenfurter Austria sowie gegen den SK Rapid II setze es Niederlagen, diese aber nur denkbar knapp mit nur einem Tor Unterschied. Unter dem am 08. August das erste Mal als Cheftrainer an der Linie tätigen Sinan Bytyqi zeigt man, was in der Mannschaft steckt, und setzt auf volle Austro-Power. Nur drei Spieler sind Legionäre und mit einem Schnitt von 11,5% von nichtösterreichischen Kaderspielern hat man den größten Anteil an heimischen Kickern der Liga. Am FAC-Platz ist sowieso immer was los, der Ground bürgt einfach für einen tollen Fußballplatzbesuch und einen gemütlichen Aufenthalt, umso mehr, wenn es sportlich gut läuft. Wenn der Floridsdorfer AC den Weg weiter so bestreiten kann, steht einem Platz unter den ersten fünf nichts mehr im Wege.

SC Austria Lustenau (4. Tabellenrang)
Die Vorarlberger Austria aus Lustenau geht unter Cheftrainer Markus Mader in deren zweite Zweitligasaison und diese soll besser laufen als die Letzte. Man konnte nach der Renovierung auch wieder in das heimische Reichshofstadion in Lustenau zurückübersiedeln und hier läuft es auch wieder richtig gut. Nach 16 Spielen hält man bei 31 Punkten und hat damit genauso viele wie die Admira und Amstetten, allein die schlechteren direkten Duelle lassen die Lustenau auf Tabellenrang vier überwintern. Nur drei Spiele wurden verloren, Kapfenberg, St. Pölten und Amstetten waren die einzigen Teams, die durch Markus Maders 4-2-3-1-System einen Weg fanden und voll gegen die Vorarlberger punkten konnten. Auch fantechnisch kann es sich im Ländle sehen lassen, so kommen regelmäßig zwischen 2.000 und 4.000 ZuschauerInnen ins Stadion. Die letzten zwei Spiele des Jahres konnten die Austrianer mit jeweils 1:0 gewinnen und wenn der eingeschlagene Weg fortgeführt wird, dann wird diese Saison in Lustenau eine ruhige und unbeschwerliche. Am Ende wird es voraussichtlich nicht für den Aufstieg in die Bundesliga reichen aber mit etwas Geduld wird auch hier bald mal wieder oben angeklopft werden.
Admira Wacker (3. Tabellenrang)
Nach dem Abstieg vor drei Jahren, in einer Saison, in der man unter Cheftrainer Andreas Herzog bekanntlich nie Letzter war, außer am letzten Spieltag, kämpft sich die Admira immer weiter zurück. Letztes Jahr hat es für die Jungs von Cheftrainer Thomas Silberberger noch nicht zum Aufstieg gereicht, heuer sieht es allerdings schon wieder anders aus. Die Mödlinger spielen eine fast lupenreine Saison, die erste Niederlage in Liga Zwa gab es erst am letzten Spieltag der Herbstsaison zu beklagen – eine 1:2 Auswärtsniederlage gegen den SKU Amstetten bescherte den ersten „Nuller“. Davor gab es teilweise deutliche Siege, wie das 6:1 gegen den SV Kapfenberg oder auch die drei 4:0-Siege gegen den FC Liefering, die Salzburger Austria und Austria Klagenfurt. Der wohl wertvollste Transfer gelang im Sommer durch die Verpflichtung von Alexander Schmidt von Blau-Weiß Linz, welcher bereits elf Mal den Ball im Netz zappeln ließ. Aber auch durch die Routine von Deni Alar oder Turgay Gemicibasi stehen die Admiraner jetzt dort, wo sie eben stehen. In der Südstadt muss Bundesliga gespielt werden, dieser Ansicht bin nicht nur ich, sondern auch die zahlreichen Fans der Südstädter und so ist die Admira Wacker mein Aufstiegskandidat Nummer eins.

SKU Ertl Glas Amstetten (2. Tabellenrang)
Die wohl größte Überraschung der heurigen zweiten Liga ist der SKU Amstetten. Sie gewinnen, gewinnen und gewinnen. Und wenn sie nicht gewinnen, verlieren sie zumindest nicht, außer ein Mal, in der dritten Runde auswärts bei der Hertha Wels setze es die bis dato einzige Saisonniederlage – 0:1. Seit diesem 15. August wurde kein weiteres Spiel mehr verloren und die Elf des mit 31 Jahren jüngsten Zweitligatrainers Patrick Engel liefert im 4-3-3-System Woche für Woche souveräne Auftritte und konnte am letzten Spieltag vor der Winterpause sogar den Aufstiegskandidaten aus der Südstadt besiegen. Auch die Fans scheinen begeistert und so pilgern regelmäßig ca. 1.000 BesucherInnen in das kleine Schmuckkästchen im niederösterreichischen Mostviertel. Größter Heilsbringer des Vereins aus der Bezirkshauptstadt ist Heimkehrer David Peham, welcher nach Jahren beim GAK und der First Vienna wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt ist und dort in den ersten 16 Spielen grandiose 14 Tore erzielen konnte. Für die Amstettner gilt es den positiven Aufschwung über den Winter zu bringen um auch im Frühjahr voll anzugreifen und vielleicht wirklich die große Überraschung zu schaffen. Persönlich befürchte ich für den sympathischen Verein allerdings doch einen kleinen Einbruch 2026 und die Qualität von St. Pölten oder der Admira wird sich durchsetzen im Titelrennen um das Liga Zwa-Schild.

SKN St. Pölten (1. Tabellenrang)
Als goldrichtig erwies sich die Bestellung von Ex-TSV Hartberg Co-Trainer Cem Sekerlioglu als Cheftrainer für die Saison 2025/26. 17 Spiele und 32 Punkte sprechen eine klare Sprache für den Erfolg der niederösterreichischen Hauptstädter. Mit klarem und offensiv ausgerichtetem Fußball macht das Zusehen in der schönen NV-Arena momentan richtig Spaß. Mit Marc Stendera und Marco Hausjell hat man zwei echte Goalgetter in den Reihen, gemeinsam durften sie schon 19 Mal in dieser Saison jubeln. Mit Dirk Carlson stellt man in der Innenverteidigung einen routinierten Mann, welcher auch im luxemburgischen Nationalteam gesetzt ist. Die Spiele des SKN sind von absoluten Siegeswillen und tollem Kombinationsfußball geprägt und so stehen sie hochverdient auf Rang 1 der Liga Zwa Tabelle. Aber – und jetzt kommt das Aber – bereits vier Spiele wurden verloren. Gegen Schwarz-Weiss Bregenz, die Admira, den FAC und auch dem FC Liefering gab es Verluste zu beklagen und deswegen denke ich, dass die verlorenen Punkte ihnen am Ende der Saison auch den Aufstieg kosten werden. Während die St. Pöltner zwar öfter gewinnen, schafft die Konkurrenz es, die Spiele eben nicht zu verlieren und so wird es hinten hinaus ganz bestimmt noch sehr spannend, wer nächstes Jahr in der österreichischen Bundesliga kickt. Für mich persönlich ist es allerdings nicht der SKN St. Pölten, wenngleich ich auf diesem Weg natürlich allen Vereine nur das Beste wünsche.

Hinterlasse einen Kommentar