Wolfsberger AC (8. Tabellenrang)

Es ist Anfang Oktober, der WAC rangiert auf Tabellenplatz drei, den Leuten, die es mit den „Wölfen“ halten, ist der fette Grinser im Gesicht nach dem Triumph im UNIQA ÖFB-Cup 2025 noch immer anzusehen. Sogar die Meisterschaft war am letzten Spieltag der letzten Saison noch möglich, das wäre aber dann doch zu viel des Guten in Kärnten gewesen. Unter Trainer Didi Kühbauer läuft es auch in dieser Saison fantastisch, die Auftaktniederlage gegen den SCR Altach ist schnell vergessen gemacht und die drei Punkte trudeln nur so ein. Nur eine weitere Niederlage gibt es am 24. August zu beklagen – 1:2 zu Hause gegen den SK Rapid. Doch dann, in der Länderspielpause von 04. bis 18. Oktober der Knall – ein Erdbeben erschüttert das Lavanttal, Erfolgscoach und Allheilsbringer Didi Kühbauer ist nicht mehr Trainer beim WAC! Ihn zieht es zu seiner zweiten Amtszeit zum zu diesem Zeitpunkt krisengerüttelten LASK. Nun steht Chef Riegler ohne Übungsleiter da und bestellt prompt seinen Freund Peter Pacult, welcher ja bereits bei der Austria Klagenfurt durchwegs positive Spuren zog, als neuen Cheftrainer. Was anfangs noch wie ein kleines Märchen klingt und wohl viele Lavanttaler ein „Juhu!“ über die Lippen rutscht, erweist sich schnell als wohl eines der größten Missverständnisse der Bundesligageschichte. Die Spieler sein unzufrieden mit Pacults, wohl hinlänglich als nicht wirklich konventionell bekannten, Trainingsmethoden, sie weinen sich bei Riegler aus und nach nur vier Spielen, von denen nur eines gewonnen werden konnte (3:1 beim SK Sturm), ist die Ära des Wieners auch schon wieder vorbei. Neuer, dritter Trainer, dieser Saison wird Ismail Atalan, welcher bis Juli 2025 schon 28 Spiele in der zweiten Leistungsstufe beim Kapfenberger SV als Chefcoach erleben durfte. Bei diesem Zauber aus dem Hut wird der ein oder andere Wolfberger Fußballfan wohl eher skeptisch reagiert haben und das bis dato zu Recht. Vier Spiele, drei Niederlagen und ein Sieg gegen die Wiener Austria stehen in seiner noch recht kurzen WAC-Vita und man kann nur hoffen, dass sich die Kärntner wiederfinden und sich über den Winter stabilisieren können, denn ansonsten könnte es für den Athletikclub ganz schnell im freien Fall nach unten gehen, was angesichts der letztjährigen Erfolgssaison wohl das nächste Erdbeben zwischen Kor- und Saualm auslösen dürfte.

Nichts ist mehr wie es war in Wolfsberg
SK Rapid (7. Tabellenrang)


Peter Stöger, Tobias Gulliksen, Martin N’dzie, Janis Antiste, Pettar Nosa Dahl, das sind nur einige Namen in einer schier endlos wirkenden Transferliste des Sportdirektors Markus Katzer vom Sommer 2025. Die Euphorie in Wien Hütteldorf ist, wieder ein Mal, grenzenlos. „Der Stöger ist ein Philosoph, der bringt uns weit vor“, „Die Neuen sind super, manche brauchen noch Zeit aber das wird genial“, „Wenn wir so weitermachen werden wir endlich wieder Meister!“ – das sind nur drei Zitate, welche ich anfangs der Saison rund um die Rapid-Spiele aufgeschnappt habe. Rund fünf Monate später sieht die Wahrheit allerdings ganz anders aus! Peter Stöger ist Geschichte, beurlaubt am 24. November nach der Heimniederlage gegen den damals Tabellenletzten GAK, vorallem die neuen Spieler bringen kaum die erwartete Leistung und plötzlich ist in Hütteldorf wieder Feuer am Dach. Stand jetzt steht man ohne Trainer da, unter Interimscoach Stefan Kulovits gab es aus drei Spielen lediglich einen Punkt. Abgerundet wird der harte Fall der Grünen von einer katastrophalen Europacup-Saison, von achtzehn möglichen Punkten in der Conference League gibt es einen einzigen und so ist man krachend Letzter in der XXL-Tabelle des Bewerbs. Auch in der Liga rutscht man immer weiter ab, am 28. September des Jahres steht man, auch nach einem verlorenen Derby, noch an der Tabellenspitze, am 14. Dezember rangiert man am 7. Platz, was gleichbedeutend mit dem Nichterreichen des oberen Play-Offs wäre. Wenn das tatsächlich passieren sollte, werden im Westen der Hauptstadt wohl weitere Köpfe rollen. Man darf nur hoffen, dass man einen Trainer findet, welcher Rapid versteht und die Spieler so einzusetzen und zu motivieren weiß, wie es einem SK Rapid würdig ist. Die Fahnen in Hütteldorf wehen momentan allerdings nur auf Halbmast durch den eisigen Westwind.

Wieder Krisenstimmung in Wien Hütteldorf
SV Ried (6. Tabellenrang)

Der Aufsteiger aus dem Innkreis erweist sich als extrem stabil und überraschend mutig. Unter Trainer Maximilian Senft, welcher den Riedern auch nach den Sturm-Graz Gerüchten weiterhin erhalten bleibt, zeigt man attraktiven Fußball, versteckt sich vor keinem Gegner und ärgert sowohl die „Großen“ als auch die „Kleinen“. Bereits am ersten Spieltag bekommt es die Sportvereinigung mit dem Liga-Krösus aus Salzburg zu tun und luchst ebendiesem gleich einen Punkt ab. Insgesamt werden von 17 Spielen nur sieben verloren, was für einen Aufsteiger eine mehr als nur respektable Leistung ist. Getragen von Euphorie und auch von der lautstarken Heimstätte in Ried schweben sie direkt durch die Liga und stehen Stand jetzt sogar auf einem Platz im oberen Play-Off. Gerade die Heimspiele sind für jeden Gegner unangenehm in der kleinen, engen Arena herrscht regelmäßige grandiose Stimmung, die „Supras“ und auch die „normalen“ Fans feuern ihre Mannschaft regelmäßig so lautstark an, dass es schon mal den ein oder anderen Rivalen aus dem Innviertel weht. So gewinnt man in der Heimat beispielsweise gegen die WSG Tirol, SCR Altach oder gegen den Bundesland-Gegner Blau-Weiß Linz. Mit raffinierten Sommertransfers und akribischer Arbeit des Trainers schaffen die Grün-Schwarzen regelmäßig gute Leistungen und erkämpfen sich Punkte um Punkte, was sie zum besten Aufsteiger seit dem SCR Altach aus der Saison 2014/15 macht. Wenn die Senft-Elf weiterhin so ihre Leistungen auf den Rasen bringt, ist der Sprung ins obere Play-Off tatsächlich möglich und dann ist eine fette Party in der oberösterreichischen Braustadt garantiert. Auch im ÖFB-Cup ist man weiterhin vertreten, der nächste Gegner in diesem Bewerb heißt am 31. Jänner dann SK Rapid und ob sich dieser Verein bis Ende Jänner wieder stabilisert hat, ist eher kaum zu denken und die nächste Cup-Sensation bahnt sich jetzt schon an. Mein persönlicher Hot-Take: Die SV Ried stemmt am 01. Mai 2026 den ÖFB-Cup-Pokal in den Klagenfurter Himmel.


FK Austria Wien (5. Tabellenrang)


Die Saison begann für die Wiener Austria alles andere als zufriedenstellend. Aus den ersten vier Spielen gab es lediglich einen Punkt zu erobern und das war bereits am ersten Spieltag gegen den GAK, ein 2:2 stand hier am Ende auf der Anzeigetafel. Was folgte, waren schwere Wochen für die Veilchen, Spielmacher Dominik Fitz verließ den Verein in Richtung MLS nach Amerika, ein blamables Cup-Aus gegen den Regionalligisten aus Voitsberg und ein Trainerstuhl, der für Headcoach Stephan Helm schon gehörig wackelte. Erst am 31. August gab es gegen den SCR Altach mit einem 1:0 den ersten Sieg zu bejubeln doch seit dem geht es mit der Austria wieder bergauf, wenngleich auch noch lange nicht alles Gold ist was glänzt. Nach drei gewonnen Spielen ging es dann zum Stadtrivalen aus Hütteldorf und das Derby gewinnen die Violas dann verdient mit 3:1, danach gibt es wieder ein kleines Down doch auch aus diesem konnte man sich befreien und so pendelt man sich nun im guten Mittelfeld der Tabelle ein. Aufgrund der finanziell angespannten Lage in Wien Favoriten ist diese Leistung mehr als nur respektable, wenngleich man unter der Saison sich auch von Sportdirektor Manuel Ortlechner trennte und Vereinslegende Michael Wagner als Nachfolger bestellte. Trainer Helm schafft es aber, durch eine gute Einstellung am Platz immer wieder, seine Austria gut einzustellen und auch die Fans, welche heuer schon mit der ein oder anderen schönen Choreographie zu überzeugen wussten, haben wieder ihre Freude im Horr-Stadion. Behält man den eingeschlagenen Weg bei, steht einer Teilnahme im oberen Play-Off nichts mehr im Wege, was natürlich auch hinsichtlich der Finanzen positiv auf den Verein auswirken würde.

Teil 3 folgt – bleib am Ball 😉

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