TSV Hartberg (4. Tabellenrang)

Wenn man sich die Tabelle der so engen Liga ansieht, darf man sich auf den ersten Blick schon Mal fragen, was der TSV Hartberg da oben macht. Sieht man aber genauer hin, erkennt man, dass die Mannschaft von Manfred Schmid mit absolutem Recht auf diesem Rang steht. Die Oststeirer zeigen mit beherzter Leistung regelmäßig auf und lassen die Fans in der teilweise neu renovierten Profertil-Arena jubeln. Auch wenn der Saisonstart eher einem Ping-Pong-Spiel glich, in welchen man schön abwechselnd Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg,… notieren durfte, schaffte man sich über die bis dato gespielte Spielzeit sich zu stabilisieren und zu festigen. Und dann hat man ganz vorne auch noch einen, der trifft und trifft und trifft und sogar Führender der Torschützenliste ist: Elias Havel. Dieser Spieler verkörpert den Typ „Stürmer“ wie kein anderer in der Liga und schafft es regelmäßig, die gegnerische Defensive ins wanken und zum verzweifeln zu bringen. Für mich persönlich ist Havel auch ein Mann für das Nationalteam und nach Maximilan Entrup 2024 könnte auch Elias Havel von Hartberg auf den Zug für ein Großereignis aufspringen und mit dem Adler auf der Brust bei der WM 2026 für Österreich auf Torejagd gehen. Der Arbeit in Hartberg ist jedenfalls höchsten Respekt zu zollen, bleibt alles so wie es ist, kann Präsidentin Brigitte Annerl und der gesamte Verein sich auf fulminantes Frühjahr im Meister Play-Off freuen. Was mit konzentrierter, konstanter und ruhiger Arbeit doch alles möglich ist…

SK Sturm Graz (3. Tabellenrang)

Die „schwoazen“ Grazer haben heuer ganz schön zu tun, um nach zwei Meistertitel in Folge die Leistung abermals zu bestätigen. Besonders im heimischen Stadion in Graz Liebenau will es heuer noch gar nicht laufen, nur zweimal konnte in daheim gewonnen werden, am 28. September 1:0 gegen den TSV Hartberg und am 07. Dezember im großen Grazer Derby gegen „die Roten“. Nach einigen Abgängen im Sommer wurde aus dem Champions-League-Kader ein „Europa-League-Kader“, welcher sich in diesem Bewerb bis dato aber auch noch kaum ins Rampenlicht spielen konnte. Nur Rang 29 in der großen Tabelle des internationalen Wettkampfs, nur ein Sieg, am 02. Oktober gegen tief in der Krise steckende Glasgow Rangers und ein Unentschieden gegen Nottingham Forest stehen hier zu Buche. In der Liga bringt man zwar immer wieder Leistungen und Ergebnisse, für den hohen Anspruch der Murstädter ist dies allerdings zu wenig und so kam es erst vor Kurzem zur Trennung von Chefcoach Jürgen Säumel. Für seine Nachfolge stand angeblich Maximilian Senft von der SV Ried ante portas, der Deal ist aber mittlerweile geplatzt und so sucht man, wie auch im grünen Wien, im schwarzen Graz unter Hochdruck nach einem neuen Chefcoach. Auch spielerisch ist der Kick von Sturm nicht mehr mit dem Spiel von letzter Saison zu vergleichen und es wirkt, als würde man sich auf den zweifellos besten Mann des Teams, wenn nicht sogar der ganzen Liga, Otar Kiteishvili verlassen, ganz nach Motto „spielen wir auf ihn, der macht dann schon was.“. Aber genauer dieser Kiteishvili ist es, der in Säumels jüngster Vergangenheit wegen diverser Gründe immer seltener aufgestellt wurde oder werden konnte. Man darf gespannt sein, wer ab Jänner das Traineramt des SK Sturm übernimmt und wo die Reise der Steierer noch hingeht.


LASK (2. Tabellenrang)

Mit Joao Sacramento kam im Sommer ein großer Name als Cheftrainer nach Linz, was sich aber auch hier als ein großes Missverständnis entpuppte. Bereits nach sieben Runden musste der Portugiese, für den der LASK sein erster Chef-Trainer posten markierte, den Hut nehmen, beziehungsweise nahm er diesen von selbst. Anschließend kam, wie sollte es anders sein, wieder mal Maximilan Ritscher die Interimscoach-Rolle zugesprochen und im Hintergrund wurde akribisch nach einem neuen Übungsleiter gesucht, welcher dann am 19. Oktober gegen SK Rapid das erste Mal an der Seitenlinie stehen soll – Didi Kühbauer! Doch überraschend, dass ausgerechnet er wieder zum LASK zurückkehrt, doch was dann folgt ist selbst mit allen Superlativen des deutschen Wortschatzes nicht mehr zu beschreiben. Kühbauer übernimmt eine „kaputte“ Mannschaft am 11. Tabellenrang, heute, etwas mehr als zwei Monate später, steht der LASK an 2. Stelle der Bundesliga-Tabelle. Er hat es Geschafft, innerhalb kürzester Zeit, aus einem schwarz-weißen Scherbenhaufen ein prunkvolles Gefäß zu schaffen, in welches die vollen drei Punkte regelrecht reintropfen. Acht Bundesliga-Spiele, sieben Siege, ein Unentschieden, dazu noch das Weiterkommen im ÖFB-Cup. Diese Statistik zeigt, wie akribisch und wie perfekt der früher gerne immer leicht belächelte Kühbauer es geschafft hat, den Linzer ASK wieder zu alter Stärke zu formen. Wenn diese Reise so weitergeht, dann wird der LASK heuer den Meistertitel in die oberösterreichische Hauptstadt transportieren und spätestens dann hat Kühbauer seinen größten Erfolg als Trainer in der Tasche.

FC Red Bull Salzburg (1. Tabellenrang)

Wie die roten Bullen aus der Mozartstadt in diesem Jahr an erster Tabellenposition stehen können, wissen sie wahrscheinlich selbst gar nicht so genau, denn die einstige Übermacht von der Salzach performt heuer weit unter den eigenen Erwartungen. In der Liga gab es für das finanzstärkste Team bereits acht Spiele ohne vollen Erfolg (drei Niederlagen, fünf Unentschieden). Dazu plagt die Elf von Thomas Letsch noch das Verletzungspech, so stehen momentan gleich acht Spieler nicht zu Verfügung. Doch trotzdem schafft man es, die wichtigen Partien zu gewinnen und so steht man nun auf Rang eins der schlechtesten Bundesliga seit langer Zeit, was der Leistung der Bullen aber keine Schmälerung verleihen soll. So wie der SK Sturm spielt auch Red Bull Salzburg in der diesjährigen UEFA Europa-League mit und ebenso wie die Grazer auch keine Rolle. Nach sechs von acht Spieltagen liegt man nur an der 31. Stelle, drei Punkte hat man auf dem Konto. Diese kommen vom einzigen Sieg der „Bullen“, am 06. November gelang zu Hause vor gerade Mal 10.852 Fans gegen die Go Ahead Eagles aus den Niederlanden. Dazu hat man auch noch mit dem Abgang von Sportdirektor Rouven Schröder zu kämpfen, welcher sich mitten in der Saison dazu entschloss, wieder in seine deutsche Heimat zurückkehren und sich der Borussia Mönchengladbach anzuschließen. Nach langer Suche wurde sein Nachfolger, Marcus Mann, dieser Tage vom Verein vorgestellt und man darf gespannt sein, in welche Richtung der 41-jährige Deutsche den Club manövrieren möchte und wie gut dieses Vorhaben gelingt.

Posted in

Hinterlasse einen Kommentar